Ärzte wollen besser informiert werden. Und besser geschützt.

Es kann nicht sein, dass Bürgermeister wissen wer in ihrer Gemeinde – es trifft vor allem auf Landgemeinden zu –  Corona-infiziert ist. Es müssen vor allem die Ärzte wissen, die höchstes Risiko eingehen. Denn sie müssen die Ordination im Worst case für eine Zeitlang schließen, wenn sie mit Corona-Infizierten unwissentlich in Kontakt kommen. Vor allem dann, wenn sie, wie es vielen geht, nur unzureichendes Schutzmaterial haben. Die Konsequenz: die Erstversorgung leidet. Das kann niemand wollen. Darüber hinaus sollten sie wissen wer infiziert ist, um die Patienten zu monitieren und gegebenenfalls auch in ein Krankenhaus zu überweisen.

Erstens ist zu hoffen – eigentlich zu erwarten – dass Ärzte und Pflegerinnen als Risikogruppen eingestuft werden, die Gesetzesänderung ist dringlich geboten. Zweitens muss Information für Ärzte verpflichtend werden. Und drittens – man kann es nicht oft genug sagen – müssen mehr Masken her. Nicht hunderttausende, sondern Millionen. Darauf zu warten, dass in Österreich selbst die Masken und Schutzgeräteproduktion (bis dato gab es so eine Produktion in Österreich nicht) hochgefahren wird, ist naiv und gefährlich.

Denn etwas lässt sich mit Sicherheit voraussagen: Mit den Lockerungen des Ausgangs- und Einkaufsmöglichkeiten ab den kommenden Wochen wird die Gefahr, dass die Zahl der Infizierten wieder ansteigt, größer. Deshalb müssen ab sofort noch mehr Teste gemacht werden. Die Durchseuchungsrate ist in Österreich auffallend niedrig: sie erreicht nicht einmal 1 Prozent.

Ich kann nur wiederholen: jetzt sind Social Distancing, das Tragen von Masken im Alltag, der Schutz des ohnehin total überlasteten medizinischen Personals wichtiger denn je. Von Entspannung im medizinisch-therapeutischen Bereich kann keine Rede sein.

Corona hat zwei signifikante Phänomene: die äußerst lange Inkubationszeit und die Tatsache, dass Corona-Positive zum Teil gar nicht merken, dass sie eventuell Corona positiv waren und aus eigener Resilienz die Erkrankung ausheilen. Damit potenziert sich die Ansteckungsgefahr. Und deshalb ist trotz oder gerade wegen der teilweisen Öffnung der Geschäfte mehr Vorsicht denn je angesagt.

Das Horrorszenario wäre, wenn reihenweise Abteilungen in Krankenhäusern schließen müssten, weil Personal fehlt, langwierige Desinfektion durchgeführt werden müssten oder Ordinationen noch restriktiver in der Behandlung der Patienten agieren müssten.

Die Argumente der Wirtschaftstreibenden sind durchaus verständlich. Aber das Primat der Gesundheit ist unantastbar. Ganz nebenbei: eine gesunde Wirtschaft braucht auch gesunde Menschen. Sonst geht nichts.

Schöne Ostern allein oder in der Familie Zuhause.

Das wünschen wir allen.

 

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