Arztbesuche einschränken. Sozialkontakte vermeiden. Keine Patientenbesuche ! Vorrangig: Die Gesundheitsversorgung muss funktionieren.

In Krisensituationen muss man klare Prioritäten setzen. Das heißt, dass die einzelnen Bürger ihre Sozialkontakte reduzieren, ebenso wie ihr Einkaufsverhalten. Und das heißt vor allem: Aufrechterhalten der Ressourcen im medizinischen und pflegerischen Bereich. Mit einem Wort: wenn Ärzte sich signifikant oft infizieren, bricht die Versorgung zusammen.

Deshalb auch der Appell an die Patienten: Arztbesuche vermeiden. Nur in absoluten Notfällen zum Arzt oder gar ins Krankenhaus gehen. Rettung und Ärztenotdienst anrufen. Ärzte können Patienten auch telefonisch krankschreiben. Und für die elektronische Ausfertigung von Rezepten lassen sich auch Wege finden oder Botendienste.

Krankenhäuser wirklich meiden, so paradox es klingt. Besuche einstellen. Nur wer sich drastisch zurückhält, kann Solidarität beweisen.

Man sieht es derzeit in Italien: Die Gesundheitsversorgung ist knapp vor dem Zusammenbruch. Das gilt auch für Spanien, das bislang noch nicht im Fokus der medialen Beobachtung stand.

Die US-Amerikaner haben ein Einreiseverbot für Europäer erlassen. Immer mehr Staaten machen ihre Grenzen dicht.

Wir werden uns an mehrere Wochen mehr oder weniger starke Isolation gewöhnen müssen. Zuhause bleiben, Zuhause arbeiten, wo es möglich ist, Einkaufsfahrten bündeln. Früher oder später kann es zu Zugangsbeschränkungen in Geschäften kommen. Das gilt auch für Restaurants.

Deshalb: Ärzte schonen, damit sie sich auf ihre Arbeit konzentrieren können. Und nicht hyperdringliche Ordinationsbesuche verschieben. Mittlerweile haben 90% der Österreicher ein Smartphone oder sind internetfähig. Jetzt ist es an der Zeit, die digitalen Möglichkeiten soweit es geht auszuschöpfen.

Ärzte sind nämlich in mehreren Aspekten eine gefährdete Gruppe: Viele Ärzte – niedergelassen oder angestellt – sind jenseits der Fünfzig und Sechzig. Und niemand hat so viel Kontakt mit potenziellen infizierten Menschen wie ein Arzt oder ein Pfleger. Deshalb sind in diesem Bereich auch die konsequentesten und strengsten Sicherheitsmaßnahmen notwendig. Schon im Sinne des Selbstschutzes des Patienten.

Und das zweitwichtigste: Keine Panik. Damit wiederhole ich auch den Appell an die Medien, sich zurückzuhalten. Auf knallige Schlagzeilen zu verzichten. Man muss latente Angst nicht auch noch aktivieren.

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1 Kommentar

  1. Veröffentlich von Brigitte Simon-Daum am März 13, 2020 um 4:00 am

    Was passiert mit Ambulanzbetrieben?

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