Auf die Hausärzte kommt es an!

Dringend: Impfstoff und Informationen für die Hausärzte

Wir sind mit unserem Impfplan im Rückstand. Das sind viele andere Länder auch. Andere wiederum sind uns weit voraus. In Israel beginnt man ab kommender Woche die ab 16-jährigen zu impfen. Was wir brauchen: Impfstoff, der von den Hausärzten leicht verimpft werden kann.

Denn sie genießen Vertrauen. Zu ihnen wollen die Patienten sich wenden. Die Impfbereitschaft der Österreicher ist in den vergangenen Wochen stark gestiegen. Das ist erfreulich. Die meisten wollen sich von ihrem Hausarzt impfen lassen, der sie kennt und den sie kennen. Österreich hat sich von vornherein für eine dezentrale Impfstrategie entschieden. Das ist gut und passt zum Versorgungssystem unseres Landes. Um dem gerecht zu werden, müssen die Hausärzte rasch informiert, beliefert, und in ein elektronisches Verarbeitungssystem eingebunden werden.

Parallel dazu: Testen, testen, testen, Cluster isolieren, Tracing professionalisieren, um ein Ausbreiten der neuen Viren und Mutationen einzudämmen. Man überlegt derzeit, ganz Tirol zu isolieren, wo der sogenannte “südafrikanische Virus” offensichtlich ganz besonders stark verbreitet ist.

Was für Staatsgrenzen gilt, muss auch für Landesgrenzen gelten. Schließlich heißt das oberste Gebot: Bewegung verhindern oder kontrollieren.

 Wieder einmal sind die niedergelassenen Hausärzte das  Standbein,  solide Basis und Herz des österreichischen Gesundheitssystems. Deshalb sollte man alles tun, damit sie erstens sich selbst und ihre Praxis schützen können, sie in der EDV und in der Systematik des elektronischen Impfpasses zu unterstützen, sodass die flächendeckende Impfung möglichst rasch, effizient, und vor allem gestärkt durch Vertrauen abgewickelt werden kann.

Die Lage ist ernst. Die angekündigten Lockerungsschritte müssen koordiniert werden In der Praxis durchführbare Verordnungen sind ebenso notwendig wie Klarheit für alle Beteiligten. Hier sind Hausverstand der Juristen, der Exekutive, und schlussendlich der Konsumenten gefordert. So verständlich die Sehnsucht nach einem Friseur, einer Fuß- oder Nagelpflege nach Wochen des Rückzuges ist, so klar müssen Vorsichtsmaßnahmen nicht nur verkündet, sondern auch eingehalten werden, und zwar so, dass das System nicht von vornherein überlastet ist.

Wichtig ist, die Schaltstellen, die Impfstellen und das Netz der Impfungen stabil aufzustellen.

Wir Ärzte sind bereit. Allerdings erwarten wir auch ausreichend Impfstoff, Sicherheit in der Zuteilung, Versorgung und Information.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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1 Kommentar

  1. Veröffentlich von Dr Römer Scheucher am Februar 6, 2021 um 4:43 pm

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Szekeres,

    wie empfohlen habe ich mich um eine Astra Zenecaimpfung bemüht und stelle fest dass es um 17.02 bereits keinen Impfermine für mein Personal (5 Personen) und mich gibt.
    Da wir díe Grundversorung seit März 2020 ohne große Einschränkungne für die Patienten auf uns nehmen und permanent mit Corona positiven Patienten zu tun haben erwarte ich mir eine andere Vorgangsweise, die es schlußendlich auch einer Kassenordination möglich macht sich und die Patienten zu schützen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Brigitte Römer Scheucher

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