Auf zum Testen! Probegalopp für die folgenden Corona-Impfungen?

Die Massentests beginnen früher als geplant. Die Bundesländer gestalten sich ihre eigenen Regeln. Wien beginnt bereits am 3. Dezember, bis 14. Dezember sollen österreichweit alle Tests abgeschlossen sein. Die Begründung: Damit könne verhindert werden, dass positiv Getestete über Weihnachten sich in Quarantäne begeben müssten. Und so könne man auch die Zahl der Testpersonen erhöhen

Anders als vorgesehen, testen die Bundesländer getrennt voneinander. Das mag sinnvoll sein, da es im regionalen und lokalen Bereich leichter möglich ist, auf Freiwillige zurückzugreifen: Feuerwehren, andere Vereine, Blaulichtorganisationen. Zudem kann in den kleineren Gemeinden , die  bisherigen Wahllokale und deren Infrastruktur für die Tests zu nutzen.

In jedem Fall wird das Ganze eine große Herausforderung: Gibt es genügend medizinisches Fachpersonal und Ärzte für die Abstriche, wird die EDV funktionieren – das ist nämlich eine Schlüsselfrage. Nichts wäre peinlicher als falsch erhobene Daten und falsch zugestellte Ergebnisse.

Wie kann sichergestellt werden, dass positiv Getestete auch rasch einen PCR-Test erhalten und dieser auch rasch – binnen eines Tages – ausgewertet ist?

Dass man weitgehend auf Contact-Tracing verzichten muss, wurde schon angekündigt. Das würde die Kapazitäten überfordern.

In jedem Fall sind die Tests zu begrüßen. Allein, wenn es gelingt , 1 Prozent oder 1,5 Prozent von Infizierten, die bislang keine Symptome hatten, zu isolieren, würden die Neuinfektionen deutlich sinken. Auch wenn der Test nur eine Momentsituation darstellt.

Wiederholungen – im wöchentlichen Rhythmus – wird es in Zukunft ausschließlich für besondere Risikogruppen geben: Bewohner von Altersheimen, Pflegepersonal und natürlich Ärzte in Krankenhäusern.

Eine rkenntnis kann man aus den Tests aber tatsächlich  auswerten. Man hat Indizien, wie  man im nächsten Jahr die Impfungen durchführen kann, vor allem die breitflächigen. Das wird eine der größten logistischen und organisatorischen, vor allem aber kommunikativen Herausforderungen. Man weiß noch zu wenig über die Einsetzkonditionen der einzelnen Impfstoffe (Herabkühlen, da aber rascher Einsatz, etc.) und auch die Wirkungsweise ist noch nicht hundertprozentig geklärt: Wie lange sind die Geimpften immun, behindert eine Impfung die Ansteckung anderer etc.

Und es wird entscheidend sein, dass man klare Kommunikation und Aufklärung betreibt. Denn es gibt immer noch – zu – viele Impfskeptiker in Österreich.

In jedem Fall: Wenn die Tests halbwegs erfolgreich verlaufen, kann man optimistisch sein, dass auch die Impfungen reibungslos umzusetzen sind. Und man hat noch Zeit Optimierungen am System durchzuführen.

Wir Ärzte stehen zur Verfügung, zur Not auch an Wochenenden. Jetzt gilt es für alle: Zusammenhelfen.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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1 Kommentar

  1. Veröffentlich von Prof. DDr. Lüder Deecke am November 29, 2020 um 11:42 am

    Es ist gut, dass mit dem Antigentest getestet wird. Der testet genau den zur Diskussion stehenden Virus COVID 19. Er ist also spezifisch und sensitiv. Prima!
    Anders ist es mit dem PCR-Test. Der ist unspezifisch. Es ist gar nicht gesagt, dass er wirklich den COVID 19 Virus testet, und er testet überhaupt nicht, ob die getestete Person mit dem COVID 19 Virus i n f i z i e r t ist! Das sagt der PCR-Test auch selbst, dass er nicht als Suchtest bei Gesunden geeignet ist. Dafür ist er auch gar nicht zugelassen. Die Österreichische Gesellschaft für Tropenmedizin hat das ganz klar herausgestellt (!)

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