Aufwachen! Statt herumzureden.Weiter testen. Impfstoff kaufen. Israel macht es vor.

Eine hohe Anzahl von Menschen – 45% der Bevölkerung – hat in Israel  zumindest eine Impfdosis erhalten. In Wien sind es 3,7%. Das sagt alles. Wir testen zwar viel, das Tracing funktioniert laut Experten, aber dennoch nicht optimal. Die einzige Lösung: Impfstoff kaufen, wo man kann.

Derzeit diskutiert man, auch aufgrund des Lobbyismus der Wirtschaft, ob man im März bereits Lockerungen freigeben würde. Ich halte diese Diskussion für verfrüht und kontraproduktiv, weil sie schon wieder Erwartungen erweckt, die möglicherweise nicht erfüllt werden können. Derzeit steigt die Zahl der Neuinfizierten spürbar an, im Schnitt ist es ein Plus von 200 bis 300 pro Tag.

Das ist nicht nur den verstärkten Testungen zu schulden, sondern wahrscheinlich auch den neuen Mutationen des Virus, der sich unkontrolliert verbreitet. Jetzt geht es um etwas anderes. Impfstoff kaufen, wo es nur geht.

Es gibt derzeit mehrere Impfstoffe, die zugelassen sind, und die am Markt erwerblich sind. Genügend zu kaufen, belastet das Budget und die ohnehin horrenden Ausgaben, die derzeit kraft Krise getan werden, kaum. Der Ankauf von Impfstoff oder Medikamenten kostet einen Bruchteil des beispielsweise Kurzarbeitsgeldes in einer Woche.

Selbst Großbritannien, wahrlich nicht mit einem guten Gesundheitssystem ausgestattet, hat bereits mehr als 20% der Bevölkerung geimpft. Das Ziel ist, bis Mai alle Engländer durchzuimpfen. Es scheint realistisch.

Nur so können wir durch die Krise kommen. Dann können wir über Lösungen via Grüne Karte und die schrittweise Öffnung von Lokalen, Konzerthallen, Theatern etc. reden. Allerdings ist der Zutritt nur für diejenigen gestattet, die bereits immunisiert sind.

In Israel funktioniert dies mit einem QR-Code. Technische Lösungen gibt es genügend. Warum konzentriert man sich nicht darauf, statt stunden- und tagelang über die Öffnung von Schanigärten, Gastronomiebetrieben, oder anderen Einrichtungen zu reden. Viel eher müsste man überlegen, noch einmal einen scharfen Lockdown zu machen, und impfen so rasch und so gut es geht. Zumindest die Erstimpfung sollte 50 bis 60% der Bevölkerung erreichen, und zwar binnen möglichst kurzer Zeit-wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, können wir rasch impfen-in Impfstrassen, bei Ärzten , in Firmen etc..

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

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1 Kommentar

  1. Veröffentlich von Dr. Mikulas Rottmann am Februar 23, 2021 um 12:54 am

    Die Regierung müsste auf wirkliche Kompetenz hören und nicht politisches Kleingeld durch dumme Taten zu sammeln. An der Spitze der Ärztekammer steht einwirklicher Fachmann. Bitte hören sie auf ihn Herr Kurz

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