Bitte impfen! Es geht langsam aufwärts. Eine Positivkampagne ist dringlich notwendig.

Die Wahlen sind geschlagen, die Impfskeptiker haben einen überraschenden Erfolg gelandet. Umso mehr ist es nun an der Zeit, Überzeugungsarbeit zu leisten. Mit einer Positivkampagne. Vielleicht war es falsch, in den diversen Inseraten und Videos die Spritze zu zeigen, angesichts der Tatsache, dass 10 bis 15% der Österreicher schlichtweg vor der Nadel Angst haben.

Notwendig ist: Zielgerechte Kampagnen, um jene zu erreichen, die von den klassischen und konventionellen Medien nicht tangiert werden. Und notwendig ist es, Überzeugungsarbeit zu leisten, mit jenen, welche die Autorität haben, Menschen kraft ihres Wissens zu motivieren. Das sind im Wesentlichen die Hausärzte, aber auch die Lehrer, und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, denen Vorbildrollen zugestanden werden.

Denn etwas ist klar. Wenn wir das Impftempo nicht schleunigst und deutlich erhöhen, verlieren wir den Wettkampf gegen die Pandemie. Dass die Neuinfektionen in der vergangenen Woche zurückgegangen sind, ist nur ein Momentum. Jetzt kommt der Herbst, die Menschen sind verstärkt wieder in den geschlossenen Räumen, genaue Vorschriften für das Verhalten sind notwendig. Ich bin dafür, dass am Arbeitsplatz die 3-G-Regel eingeführt wird und ich bin für die 2- bzw. 1-G-Regel bei Kultur, Sport und Freizeitveranstaltungen und letztendlich auch für die Gastronomie.

Vor allem aber müssen wir beobachten, wie sich das Infektionsgeschehen in den Schulen und in den Familien entwickelt. Dafür ist es unverzichtbar, die Tests an den Schulen fortzusetzen, auch wenn der Aufwand beträchtlich ist. Die regelmäßigen Tests an Schulen sollten im kommenden Monat fortgeführt werden.

Dasselbe betrifft die Universitäten, die im Oktober wieder ihren Betrieb aufnehmen. Auch hier muss wieder studentisches Alltagsleben Einzug halten. Das ist sozial aber auch wissensbezogen wichtig. Deshalb alle Kräfte zusammenwirken lassen, um positiv zu argumentieren, und gleichzeitig klare Regeln auszusprechen.

Weiter lavieren und Rücksichtnahme auf politische Befindlichkeiten geht nicht.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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