Darf man noch Händeschütteln? Vorsorge ist besser als naives Vertrauen.

Die Europäer sind, im Unterschied zu Japanern, Händeschüttler. In Zeiten von Corona ist Händeschütteln verboten. Damit auch- und vor allem- der Händedruck durch den Hausarzt oder Krankenhausarzt, der so etwas wie Vertrauen und Zutrauen signalisiert. Wie radikal sollten wir unser Verhalten ändern? Und wie stark benötigen wir ein echtes Präventionssystem ! Nicht nur wegen des Virus.

Die aktuelle Krise zeigt auf: Es muss wesentlich mehr in Prävention investiert werden. Vom System und vom Bewusstsein.  Die öffentliche Hand stellt lediglich einen Bruchteil der Gesundheits- und Sozialausgaben für Prävention bereit. Und das noch dazu ohne konkrete Planung oder Zweckwidmung.

Prävention ist auch eine Frage des Bewusstseins. Dieses Bewusstsein sollte man so früh wie möglich schaffen: In der Pflichtschule muß mit Gesundheitskunde und Ernährungslehre begonnen werden, ebenso mit den adäquaten Hygiene Maßnahmen. Dass verhindert zwar nicht Infektionen, vertieft aber das Wissen über den eigenen Körper und das Zusammensein mit anderen.

Jetzt wäre es an der Zeit – jenseits der Krisenhysterie in manchen medialen Schlagzeilen – gemeinsam mit allen Medien und in allen Kommunikationskanälen für einen Präventionsplan zu werben . Für ein fixes Präventionsbudget als Teil des Gesundheitsbudgets.

Das beginnt beim Schulunterricht, geht über verpflichtende Gesundenuntersuchungen bis hin zur Impfpflicht gegen bestimmte Krankheiten und zum disziplinierten Umgang mit Medikamenten. Eine rezente deutsche Studie hat ergeben, dass nahezu die Hälfte der Patienten die verschriebenen Medikamente nicht oder unregelmäßig und zu willkürlichen Zeitpunkten einnehmen, oder die Medikamenten Einnahme einfach nach einer gewissen Zeit stoppen. Auch das hat mit Bewusstsein zu tun.

Wir erleben ein beängstigendes Ansteigen von chronischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen: Grassierede Adipositas, Gehör- und Augenschäden, Konzentrationsmängel und Koordinationsarmut.

Dasselbe betrifft den sorglosen Umgang mit stark zuckerhältigen Lebensmitteln und den noch immer zu hohen -und bei Jugendlichen bemerkenswert stark präsenten – Alkoholkonsum.

Gesundheitspolitik ist Vorsorgepolitik, Sozialpolitik und vor allem Bewußtseinspolitik. Nur wenn es gelingt, breitflächig zu kommunizieren, dass jeder einzelne seinen Beitrag leisten muss, um gesund zu bleiben oder nach Krankheit oder Unfall gesund zu werden, kann man den allgemeinen Gesundheitszustand der Österreicher verbessseren.

Dazu gehört auch das Wissen darüber, wie die häufigsten Übertragungswege bei Infektionen erfolgen. Ein Tag des Händewaschens genügt nicht. Es muss ein Jahr sein, gerade in einem Land, das stolz ist auf die Leistungen der Wiener medizinischen Schule- zum Beispiel auf Dr. Ignaz Semmelweiß.

 

 

Posted in

1 Kommentar

  1. Veröffentlich von Schön am März 8, 2020 um 11:02 pm

    Leute die keine Beiträge für die Krankenkasse eingezahlt haben dürfen keine Leistungen von der Krankenkasse erhalten. Derzeit sieht so aus dass mehr Leute die nie was bezahlt haben nehmen mehr aus der Krankenkasse aus als die was bezahlt haben. Beispiel Geburtenrate laut Hofer Statistik der türkischen Familien mehr als 3 Kinder in Vergleich mit österreichischen Familien. Außer dem alle Arbeitslose die nicht arbeiten wollen sind auch in den Topf involviert. Woher soll die Krankenkasse Geld nehmen wenn mehr ausgegeben wird als erwirtschaftet. Es stimmt etwas nicht in dem System. Die Verantwortlichen sollen sich überlegen wie sie mit der öffentlichen Geldern umgehen. Private Krankenkassen wäre eine gute Lösung. Wer arbeitet fleißig der kann sich die Gesundheit leisten.

Hinterlassen Sie einen Kommentar