Die Corona-App herunterladen. Und Plasma spenden.

Ein Aufruf zur Selbsthilfe in schwierigen Zeiten!!!

In Deutschland funktioniert die Corona-App besser als bei uns. Der Grund: Es sind deutlich mehr Menschen, welche dieses Hilfsmittel heruntergeladen haben. Wirksam ist die App erst, wenn eine kritische Zahl von Menschen – das wären in Österreich etwa 2,5 bis 3 Millionen – die App auch aktiv downloaden. Mittlerweile funktioniert sie gut, selbst Datenschützer wie der Facebook-Kläger Max Schrems empfehlen sie. Darum bitte: Downloaden und Sie werden automatisch informiert, wenn Sie einem Corona-Positiven begegnet sind. Umgekehrt genau so. Und das vollkommen anonym.

Das zweite ist, was mich nachdenklich stimmt. Erst ein geringer Prozentsatz, der an Corona Erkrankten und Wiedergenesenen, war bereit Plasma zu spenden. Nun ist Blutplasma von Corona-Genesenen ein valides Mittel, um den Verlauf einer Krankheit zu mildern und die Heilungschancen zu verbessern. Es sollte ein Akt der Solidarität sein, in diesen Zeiten zu spenden. Vor allem da es einfach geht und vollkommen ungefährlich ist. Schon mehrmals habe ich angemerkt, dass man den Spendern auch ein Honorar oder einen Gutschein gibt, bislang bin ich auf taube Ohren gestoßen. Politik sollte etwas großzügiger sein – schließlich leisten auch die Mitarbeiter des Roten Kreuzes, das beispielsweise die Plasmaspenden durchführt, freiwilliges Engagement und setzen sich für die Menschen ein.

Beide Maßnahmen verursachen wenig Aufwand und sind effizient. Gerade zu Zeiten, da eine zweite Welle drohen könnte-insbesondere wenn wir nicht obacht geben und sich nahezu täglich neue Cluster bilden. Die App könnte beim Containment wertvolle Hilfe leisten. Noch dazu haben sich Google und Apple zusammengetan, um die Anonymität besser gewährleisten zu können. Selbst kritische NGO`s befürworten die App.

Wir müssen uns darauf einstellen, lange Monate, bis es einen validen Impfstoff gibt, mit der Corona-Pandemie zu leben. Noch immer explodieren weltweit die Zahlen der Infizierten und in vielen Ländern wie etwa in Israel ist Corona wieder ungemein präsent. In Australien mussten regionale Shutdowns angeordnet werden, in anderen Ländern droht das auch.

Wir sind keine Insel der Seligen, an der die Gefahr vorbeizieht. Und wir können uns kein phäakenhaftes Leben leisten. Mag die Tourismusindustrie auch noch so aufstöhnen. Wir brauchen Alternativen. Und doppelte Prävention: gerade jetzt.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

(erfasst am 04.08.2020)

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