Die Hotspots isolieren! Das Virus ist nicht verschwunden.

Und Ärzte sind nach wie vor am stärksten den Risiken ausgesetzt.

Immer wieder poppen Corona-Hotspots auf – wie jetzt in der Rudolfstiftung. Und es könnte zu Häufungen kommen, wenn die großen Lockerungen ab dem 15. stattfinden: Reisefreiheit, Urlauberverkehr, Freigabe von Veranstaltungen, Befreiung von der Maske. Manchmal hat es den Anschein, als ob die Disziplin und das Verantwortungsbewusstsein nachgelassen haben. Menschlich ist das verständlich. Alarmbereitschaft und vor allem exaktes Containment sind aber notwendiger denn je. Die Politik sollte sich nicht frühzeitig selbst feiern. Hochmut kommt vor dem Fall heißt es.

Deshalb sind wir unter anderem auch für die Corona-App, die erst dann wirksam wird, wenn es genügend Nutzer gibt. Das müssten deutlich über zwei Millionen Menschen sein.

Denn eines darf nicht vernachlässigt werden: Österreich hat eine extrem niedrige Durchseuchungsrate. Flächendeckende Tests in abgegrenzten Risikogebieten sind geboten.

An der Front hat sich wenig geändert. Der Stress für die Ärzte und das Pflegepersonal ist sogar größer geworden: Tausende Operationen und Therapien müssen gewissermaßen nachgeholt oder fortgesetzt werden, Ambulanzen geöffnet werden. Dank des steigenden Verkehrsaufkommens wird es verstärkt auch wieder zu Unfällen und Noteinsätzen kommen, Freizeitunfälle werden wieder steigen. Es heißt also gerüstet zu sein. Eine eiserne Ration an Intensivbetten ist ebenso notwendig wie besondere Vorsichtsmaßnahmen in den Krankenhäusern und Pflegezentren. Denn am stärksten sind die medizinischen Berufe dem Risiko ausgesetzt. Sie brauchen genügend Schutzbekleidung, tägliche Tests. Und es wäre hoch an der Zeit, ihnen neben warmen Handdruck auch ein Zusatz- oder Sondergehalt zu bezahlen und den niedergelassenen Ärzten die Einkommensverluste zu kompensieren. Mehr Arbeit, höheres Risiko und noch mehr Stress in Kauf nehmen und dann auch noch weniger verdienen. Das geht nicht.

Wir sollten nicht zu früh in den Modus Laissez-faire umsteigen, denn wie der Gesundheitsminister sagte, das Virus geht nicht auf Urlaub.

Abstand halten: das muss internalisiert werden. Da kann man nicht genügend Kommunikation und Information betreiben.

Ich hoffe, dass Discos und ähnliche Lokale noch geschlossen bleiben – denn sie könnten wahre Schleudern werden.

Deshalb: Auch wenn die Corona-App manchen missfällt, wir rufen auf: Ladet sie herunter. Ohne genügend User ist sie sinnlos. Das sagt der Hausverstand. Und den braucht es, in Zeiten wie diesen, mehr denn je.

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