Die Leistungen der Ärztekammer

Bis diese Woche Samstag, den 19. März 2022, läuft die Wahl der Ärztekammer für Wien.
Wie auch alle anderen Funktionäre und Mitarbeiter unserer Institution werde ich in diesen Zeiten mehrmals täglich gefragt, was die Ärztekammer denn leistet und warum man sich an dieser Wahl beteiligen soll.

Deshalb möchte ich dieser Frage hier noch ein paar Zeilen widmen. In der Hoffnung, einige Kolleginnen und Kollegen noch davon zu überzeugen, ihre Wahlkarte abzuschicken oder persönlich am Samstag in der Weihburggasse zu wählen.

Vertretung der Ärzteschaft durch Ärztinnen und Ärzte

Vorweg zusammengefasst ist die Ärztekammer für Wien die Vertretung der in Wien tätigen Ärzte durch von ihnen gewählte Ärzte. Sie (ver)handelt im Interesse der Wiener Ärzteschaft. Je schwächer die Ärztekammer, desto schlechter Arbeitsbedingungen für die Ärztinnen und Ärzte in Wien.

Aktuell hat die Kammer eine starke Position und viel Einfluss. Sie vergibt die Berechtigungen für die Berufsausübung, führt Prüfungen für Ärztinnen und Ärzte durch, organisiert ärztliche Fortbildung, erarbeitet Österreichs gesundheitspolitische Programme, nimmt Stellung zum Ärztegesetz, betreibt Initiativen zur Erhöhung der Patientensicherheit, erlässt Honorar und Werberichtlinien, sowie den ärztlichen Verhaltenskodex.
Allesamt Aufgaben, die auch andere Stellen im österreichischen Gesundheitssystem gerne übernehmen und bestimmen würden. Es ist also im Sinne und von hohem Interesse für alle Ärztinnen und Ärzte, dass diese Verantwortung in der Hand der Ärzteschaft bleibt.

Hohe Wahlbeteiligung ist etwas wert

Zur Legitimation der Ärztekammer, als Vertretung ihrer Mitglieder, ist eine hohe Wahlbeteiligung wichtig. Selbst wenn man mit den Leistungen der Kammer in der Vergangenheit unzufrieden war, so ist man als Ärztin und Arzt zumindest in der Lage, seine eigene Kammer zu gestalten – was bei einer anderen Behörde nicht der Fall wäre.

Stabile Arbeitsbedingungen und klare Regeln

Täglich beschäftigt sich die Ärztekammer für Wien mit behördlichen und sozialen Aufgaben, wie auch der Interessensvertretung für Ärztinnen und Ärzte. Sie vertritt Ärztinnen und Ärzte in Wien gegenüber der öffentlichen Hand, den Sozialversicherungen und anderen Versicherungsträgern (jährlich werden ärztliche Honorare bis zu einer Milliarde Euro mit den Versicherungen ausgehandelt). Außerdem werden die sozialen und wirtschaftlichen Interessen der Ärztinnen und Ärzte gegenüber Institutionen, Behörden und auch der Industrie gewahrt. Bei berufsbedingten Gerichtsverfahren ist die Ärztekammer als Rechtsbeistand oder Mediator an der Seite der betroffenen Ärztinnen und Ärzte.

Bei Verhandlungen mit Gesetzgebern und Ministerien sitzt die Ärztekammer am Tisch und sorgt dafür, dass die Verbesserungen der Ärztinnen und Ärzte gehört werden. Außerdem werden die Inhalte der Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten festgelegt und Fortbildungsrichtlinien erlassen. Die Invertragnahme neuer Kassenordinationen, die Verhandlungen der Kassen-Honorare und die Organisation des Ärztefunkdiensts regelt die Ärztekammer ebenfalls. Sie verhandelt auch die Honorare für Privatspitäler und Sonderklassen. Zur Qualitätssicherung übernimmt sie Selbstevaluierung und Ordinationsüberprüfungen. Hinzu kommt eine Reihe von sozialen Leistungen.
Die Ärztinnen und Ärzte haben durch die Ärztekammer stabile Arbeitsbedingungen und klare Regeln – festgelegt und verhandelt von Ärztinnen und Ärzten statt von Beamten und Politikern.

Und nochmal der Hinweis: Die Ärztekammer spendet außerdem zehn Euro pro abgegebene Stimme bei der Ärztekammerwahl für die Ukraine-Hilfe.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

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