Die milde Welle einer bedrohlichen Variante

Die Omikron-Welle hat unser Land in den letzten Wochen mit voller Breitseite erwischt, die Zahlen sind gemäß der Prognosen in die Höhe geschossen. Wir erleben die nächste Entwicklung in dieser Pandemie, die zu oft schon etwas Unerwartetes hervorgebracht, aber leider noch kein Ende gefunden hat.

Allerdings bekomme ich oft zu hören, dass diese scheinbar „milde Variante“ uns ohnehin nichts mehr anhaben kann, da weder die Krankenhäuser am Limit seien noch viele Menschen daran sterben. In dieser Argumentation wird allerdings vergessen, dass wir es zwar mit einer milden Welle zu tun haben, was aber, sieht man sich die Zahlen in anderen Ländern an, nicht an einer „milden Variante“ liegt.
Wir wissen nicht, was noch kommt. Wir dürfen die Pandemie nicht für beendet erklären und müssen vorsichtig sein. Denn auch an der Omikron-Variante sterben täglich viel zu viele Menschen. Die internationalen Zahlen zeigen jedoch, dass die Sterblichkeitsrate in Bezug auf das Virus mittlerweile endlich gering ausfällt. Speziell in den vulnerablen Bevölkerungsgruppen konnten wir durch eine hohe Durchimpfungsrate und den Aufwand des Gesundheitspersonals unzählige Menschenleben retten.
Wir erleben eine Welle der milden Verläufe, was vor allem all jenen zu verdanken ist, die geimpft sind und damit sich und andere schützen. Ihnen allen gilt der Dank für diese milde Welle.
Wer geimpft ist, ist effektiv vor schweren Verläufen bei einer Omikron-Infektion geschützt. Wir alle können und wollen uns nicht ausmalen, wo wir ohne diese Immunisierung wären, wie viele unzählige Menschenleben wir zusätzlich zu beklagen hätten.
So heftig diese Omikron-Welle derzeit auch sein mag, so sehr sehen viele und auch ich, in ihr eine große Chance, dass sie hilft, die Pandemie in naher Zukunft zu beenden. Zum einen kommen wir derzeit fast alle in Kontakt mit diesem Virus, durch die eigene Erkrankung an Corona oder als Kontaktpersonen mit infizierten Menschen. Eine breitflächige Durchimmunisierung der Bevölkerung ist die Folge. Im Zusammenspiel mit wärmer werdenden Außentemperaturen, habe ich die Hoffnung, dass wir viele Maßnahmen gegen das Virus in den nächsten Monaten einstellen können. Eine angepasste Auffrischungsimpfung im Herbst wird es sehr wahrscheinlich ermöglichen, dem Virus mit seinen möglichen Mutationen im Winter gestärkt und gerüstet entgegentreten zu können.
Daher möchte ich mit zwei Aspekten einen positiven Blick in die Zukunft richten:
Durch die medizinische Forschung ist es uns gelungen, zum einen die Impfstoffe weiter anzupassen, so wie auch die medikamentöse Behandlung bei Infektionen voranzutreiben. Auch für Risikopatienten gibt es mittlerweile Medikamente die direkt nach einem positiven Test verabreicht werden können. Medizinisch sind wir extrem gut gegen das Virus aufgestellt und gerüstet, dank der unermüdlichen Weiterentwicklung und Forschung von Ärzten weltweit.
Der zweite Aspekt ist eine Grundimmunisierung von weiten Teilen der Bevölkerung durch die Impfungen, gepaart mit dem breitflächigen Kontakt zu diesem Virus. Natürlich ist die logische Konsequenz, dass wir mit weiteren Mutationen des Virus rechnen müssen. Auch diese können extrem infektiös ausfallen, doch wie wir aktuell sehen, geht damit nicht automatisch eine höhere Sterblichkeit einher. Milde Verläufe haben den Zusatzeffekt, dass Erkrankte auch künftig bei einer eventuellen weiteren covid19 Infektion besser geschützt sind und schwere Verläufe unwahrscheinlich sind, wenn man die Krankheit schon einmal überstanden hat.
Ich denke es ist wahrscheinlich, dass wir auch in Zukunft mit Corona Viren leben werden, aber eben ähnlich wie mit einer Erkältung und vor allem ohne, dass wir deshalb unser Leben einschränken müssen.

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