Endlich fix : Das digitale Rezept. Jahrelange Ärzte Forderung erfüllt.

Das digitale Rezept wird gesetzlich verankert. Das ist eine entscheidende Entlastung für alle Ärzte. Und wohl auch für Patienten, die sich Besuche in Ordinationen ersparen und für Apotheken. Wichtig dabei ist: kein aut idem. Es gilt ausschließlich das, was der Arzt verschrieben hat.

Mit entsprechender Software solle auch in Zukunft einfacher abgeglichen werden können, ob es Kontraindikationen gibt, welche Nebenwirkungen sich auswirken könnten. Und Apotheker sollten Erleichterungen bei der Logistik haben.

Die Sozialversicherung, sprich Gesundheitskasse, hat lange gezögert -erst durch Corona ist eine provisorische Lösung entstanden, die nun zur gesetzlichen Regelung wird.

Eine Entastung für alle: Ärzte, Apotheker. Patienten und letztlich auch für die Sozialversicherung. Manchmal muss etwas passieren – wie Corona- damit etwas geschieht.

Der nächste logische Schritt wäre – zumindest solange Kontaktbeschränkungen herrschen- die gesetzlich verankerte elektronische Krankschreibung. Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass es kaum Fälle von Missbrauch gab. Im Gegenteil: die Zahl der Krankmeldungen war trotz Corona eher rückläufig. Man sollte Menschen gegenüber nicht vor vornherein misstrauisch sein-sondern an deren Ehrlichkeit glauben.

Dank Corona hat die digitale- und e-Medizin einen gewaltigen Sprung nach vor gemacht: E-Diagnostik, Patientengespräche via Skype oder Video, elektronische Rezeptur. Natürlich kann eine Videodiagnose niemals das persönliche, direkte Gespräch in der Ordination ersetzten, aber ein Großteil der Erkrankungen und Verletzungen sind harmlos und könnte „aus der Ferne „behandelt werden. Zudem wir für die meisten Patienten das Ansteckungsrisiko reduziert.

Die Regierung investiert am laufenden Band in die Förderung von IT und Digitalisierungsprozessen, ein Paket folgt dem anderen. Vielleicht sollte man irgendwann auch die Ärzte denken, die schließlich Schlüsselinfrastrukturerhalter sein. Was ist mit einer Förderung von E-Medizin direkt für die niedergelassenen Ärzte und mit der Bereitstellung von kostenlosen Bereitbandanschlüssen. Oder einem staatlichen Fonds für die Neuausstattung von Ordinationen – zur Patientensicherheit.

Hier sind Staat und Stadt Wien beziehungsweise die Länder gefragt. Wenn die Sozialversicherungen entlastet werden und deren Minus teilweise ausgeglichen werden soll, dann wäre es auch höchste Zeit, etwas für die Ärzte und deren Mitarbeiterinnen zu tun.

Wie heisst es so schön in dem meisten Politreden : Gesundheit geht vor allem anderen. Also -los damit.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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