Gratis Grippe-Impfung für Schüler? Warum nicht? Ein Beitrag zur Prävention.

Jetzt ist sie da. Die Grippewelle. Anders als in den vergangenen Jahren kann man keinen dominanten Erreger finden. Aber wie in den Jahren zuvor gibt es eine geringe Bereitschaft, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Noch ist es nicht zu spät, sagen Experten. Und Impfstoff gibt es auch -noch.

Besonders Schulkinder sind häufig Infektionen ausgesetzt: in den Klassen, in den Schulräumen. Warum sollte man Schüler nicht flächendeckend, und rechtzeitig im Herbst nach Schulbeginn, gegen Grippe impfen?

Und gleichzeitig einen Gesundheitscheck vornehmen? Die Kosten sind nicht allzu hoch. Und frühzeitig könnten Erkrankungen verhindert werden. Was für Grippe gilt, gilt natürlich auch für andere ansteckenden Krankheiten wie Masern, Mumps etc.

Offensichtlich gelingt es durch Aufklärung und Warnungen nicht, die Durchimpfungsrate zu erhöhen. Und offensichtlich ist die Resistenz gegen das Impfen festsitzender als gedacht. Die Antiimpflobby, so klein sie auch sein mag, ist  einflussreich und subjektiv erfolgreich. Interessanterweise gerade in gebildeten scheinbar aufgeklärten Kreisen, die über guten Zugang zu Medien und social Media verfügen.

Wo Aufklärung nicht mehr hilft, muss der Staat Gesetze erlassen. Wie beim Thema Rauchen in der Gastronomie. Denn es geht nicht an, dass eine einflussreiche Minderheit Freiheit insofern missbraucht, als andere darunter leiden.

Gesetze müssen nicht unbedingt Verbote sein, sie können aber Bedingungen schaffen. Zum Bespiel Impfnachweise als Voraussetzung für den Zugang zu Höheren Schulen oder Universitäten, oder für Berufe im öffentlichen Dienst. Ebenso kann man die Impfpflicht an den Mutter Kind-Pass knüpfen wie von der Ärztekammer schon seit Jahren gefordert.

Es bleibt zu hoffen, dass der neue Gesundheitsminister einen pragmatischeren Zugang zum Thema findet als seine Vorgänger. Immerhin haben einige starke Landeshauptleute – aus allen politischen Lagern- sich bereits für eine Impfpflicht ausgesprochen.

Wir leben im Zeitalter der High-Tech- Medizin, wir haben bessere Medikamente denn je – allerdings auch eine höhere Antibiotika Resistenz denn je . Dennoch entsteht der Eindruck, dass man in bestimmten Segmenten wieder ins Mittealter zurückfällt, in Zeiten des Aberglaubens und der Vorurteile. Hat es unsere Gesellschaft notwendig, dass längst ausgerottete Krankheiten wie Masern, TBC oder Kinderlähmung wieder massenhaft auftauchen?

Misstrauen gegen eine ausschließlich technikorientierte Medizin mag begründet sein, aber soll kein Anlass sein, das Kind mit dem Bad auszuschütten. Wir haben auch nichts gegen Komplementärmedizin und -Heilmittel, solange sie nicht als Alternativ-Medizin mißgedeutet wird. Denn: zur wissenschafts- orientierten Medizin gibt es keine Alternative.

Das gilt auch für das Impfen. Unreflektiertes Ablehnen und irrationaler Widerstand bringen niemandem etwas. Schon gar nicht denjenigen, die dann angesteckt werden und erkranken- oft lebensgefährlich.

Deshalb : Impfgebote einführen.

 

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