Handeln ist angesagt. Nicht zögern. Infektionen steigen wieder. Höhepunkt noch nicht erreicht.

Ab 25. Oktober beginnen die sogenannten Herbstferien. Eine neue Reisewelle ist zu erwarten. Die Infektionen steigen. Der sogenannte Sommer- und Herbstfaktor entfällt langsam. Eine neue Grippewelle droht. Die Regierung übt sich in Verzögern und Schweigen.

Das 3-G-Modell für den Arbeitsplatz ist noch immer nicht verabschiedet. Es fehlen verbindliche Regeln für die Wintergastronomie. Die Impfquote steigt kaum. Die Situation in Salzburg und Oberösterreich ist dramatisch. In vielen Städten, wie etwa Melk oder in Gemeinden in Salzburg gibt es Inzidenzen bis zu 500. Das ist beunruhigend.

Offensichtlich ist man mit dem Latein am Ende, was die Ansprache der Impfskeptiker betrifft. Alle Vorschläge, beispielsweise Ärzte enger in die Aufklärung einzubinden, wurden nicht in dem Ausmaß erfüllt, wie es möglich gewesen wäre. Noch ist es nicht zu spät. Dass gilt auch für Schüler. Und ernsthaft sollte man  eine eigene Kampagne für das Impfen von über 12 jährigen starten, wie in anderen Ländern auch.

Der Prognostiker und Komplexitätsforscher, Peter Klimek, sagt, dass der Höhepunkt erst kommen werde. Noch bestehe keine Besorgnis in Puncto Überbelegung der Intensivbetten. Aber die Nervosität steigt. Die Personalressourcen sind knapp. Viele Pfleger und Ärzte sind am Rande der Erschöpfung. Sie haben eineinhalb harte Jahre hinter sich. Das muss man bedenken.

Für viele Menschen wird es Zeit, sich zum 3. Mal impfen zu lassen. Konkrete Programme sind bislang noch nicht bekannt, sieht man von Pflegeheimen ab. Irgendwie scheinen der Schlendrian und die Handlungsarmut einzusetzen. Es mag an der Krise der Regierung liegen, die in den vergangenen Tagen ihren Höhepunkt erreicht hat.

Das darf aber kein Argument und keine Ausrede sein. Notwendig sind weitere Reglementierungen und Belohnungen für diejenigen, die  zweimal oder dreimal geimpft sind. Nachbarländer agieren wesentlich konsequenter, wie etwa Italien, Frankreich, um nur einige Beispiele zu nennen. Es wird Zeit, wieder die Handlungsvollmacht an sich zu ziehen. Das ist ein Appell an die Regierung und die Verantwortlichen.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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