Impfen, impfen, testen, testen, alles andere ist nachrangig.

Wir müssen rascher impfen, danach trachten, noch mehr Impfstoff zu erhalten, und wir müssen testen, testen, testen. Wir müssen die Abstandsregeln einhalten, alle anderen Maßnahmen sind unserer Meinung nach nachrangig.

Jetzt gilt es, die Gesundheit der Österreicher zu sichern, sie vor Erkrankung zu schonen, Cluster zu identifizieren, Tracing zu optimieren. Und es gilt, psychische Schäden so gut wie möglich zu vermeiden, denn weite Teile der Bevölkerung sind ob des Lockdowns müde, depressiv, und neigen dazu, die bislang praktizierte Disziplin zu vernachlässigen. Das ist menschlich und psychisch erklärbar.

Die Institutionen, nicht nur in Österreich, haben an Vertrauen eingebüßt, was die Bevölkerung verunsichert. Deshalb muss so rasch wie möglich der Impfvorgang gestartet werden, bei transparenter Erklärung, wann wie viel Impfstoff wo vorhanden ist.

AstraZeneca wurde nun mehr zugelassen, mit einigen Einschränkungen, die aber nichts mit dem Impfstoff selbst zu tun haben, sondern mit noch fehlenden Studien und Evidenzen. Das ist der einzige Grund, warum der Impfstoff von AstraZeneca für über 65-jährige derzeit noch nicht eingesetzt wird. Nicht weil er nicht wirksam wäre, sondern weil man noch zu wenige Studien und Untersuchungen hat, wie er für ältere Personen wirkt.

Entscheidend ist, dass auch die niedergelassenen Ärzte, die Österreich in seiner gesamten Fläche abdecken, sobald wie möglich mit Impfstoff versorgt werden und dazu auch die nötigen Informationen erhalten.

Ob was wann nun geöffnet wird, erscheint mir aus gesundheitspolitischer Sicht zweitrangig. Es ist evident, dass man Schulunterricht so gut wie möglich durchführen muss, und es ist auch evident, dass der psychische Druck auf die Menschen verringert werden muss.

Das geht dann, wenn man offen informiert, die Impfpläne einhält, und der Bevölkerung eine Perspektive gibt. Ob nun am 8. Februar am 16. oder an sonst einem Datum das sukzessive Beenden des Lockdown erfolgt. Wichtig ist, dass das was man verspricht auch hält. Dann herrschen wieder Vertrauen, Zuversicht und Perspektiven.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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1 Kommentar

  1. Veröffentlich von Suzanne Rödler am Februar 1, 2021 um 6:52 pm

    Bin ja gerne bereit zu Impfen auch tagelang aber wo sind die Impfstoffe für uns niedergelassene ??????????????S.Rödler

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