Impfstoff brauchen wir.Sonst verlieren wir den Wettlauf mit der Pandemie.

Der sogenannte britische Virus ist um bis zu 60% gefährlicher als die Covid-Basisvariante, die wir kennen. Die Krankheitsverläufe sind bedrohlicher, die Verbreitungsgeschwindigkeit höher. In Ostösterreich dominiert die britische Variante des Virus. Das erklärt auch die steigende Anzahl der Neuinfektionen, die täglich ein Plus zwischen 200 und 300 ausweist.

Das alles wäre nicht so bedenklich, hätten wir genügend Impfstoff .Sobald ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht können tausende Ärztinnen und Ärzte in der Niederlassung binnen kurzer Zeit hunderttausende Menschen täglich impfen. . Zwar sollen in den nächsten Wochen 100.000e  Dosen geliefert werden, aber es kommt nicht ausreichend Impfstoff, um rasch genug zu impfen. Die EU hat hier leider versagt.

Neuinfektionen, Neuerkrankungen, die vor allem jüngere Menschen betreffen und heftiger ausfallen als bislang gewohnt, längere Aufenthalte in Intensivstationen als im bisherigen Durchschnitt. Das belegen die Fakten. Der dringende Wunsch an die Regierung aber auch an die Bundesländer lautet: Impfstoff besorgen, wo immer es möglich ist, Import erlauben, Zulassungen erteilen, jenseits der Regeln der EMA.

Das ist keine Entsolidarisierung zu Europa, das ist konsequentes Reagieren auf die große Gefahr. Wir nähern uns bedrohlich der Anzahl von 10.000 Toten an oder mit Corona. Es ist zwar gelungen, die Infektionsraten in den Pflegeheimen drastisch zu senken, aber zu viele auch ältere Menschen und Risikopatienten warten noch auf ihre Impfung.

Es ist gleichgültig welchen Impfstoff wir bekommen, ob Biontech, Moderna oder AstraZeneca oder auch johnson&Johnson.

Internationale Studien gehen davon aus, dass auch Sputnik oder Sinovac durchaus wirksam sind, immerhin wurden sie inzwischen millionenfach verimpft und haben sich als wirksam und sicher erwiesen.

Also: In einem zwar überteuerten Markt kaufen, und wenn es geht, die eigene Produktion in Österreich starten-nur dauert die Etablierung von Fabriken und Produktionen zu lange. Wir haben nur noch wenig Zeit, bevor die Situation kippt und wir wieder einen totalen Lockdown und Bewegungsstopp verordnen müssen. Das will niemand, daran wird sich auch kaum jemand halten, wenn man die Ereignisse der vergangenen Wochen betrachtet.

Eines ist leider Fakt: Wir haben zu wenig Impfstoff vor allem zu wenig Impfstoff, der rasch und jetzt zur Verfügung steht. Kaufen heißt der Aufruf-alles was rasch verfügbar ist. Ungarn, Serbien oder Chile machen es uns vor.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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