Jetzt: Bitte klar und verständlich kommunizieren. Aufklären: Beim Testen, beim Impfen, beim Alltagsverhalten.

In dieser Woche beginnen die massenhaften Corona-Testungen: Sie werden eine logistische, operative und kommunikative Herausforderung sein wie noch kaum eine medizinische Initiative zuvor. Umfragen zufolge herrscht steigendes Interesse – wohl auch deshalb, weil immer mehr  Menschen von  Erkrankten in ihrem nächsten Umfeld erfahren haben  und nun selbst wissen wollen, wie es um sie steht. Und sei es auch nur in einer Momentaufnahme – oder zur psychischen Beruhigung.

Deshalb sind Kommunikation , die  möglichst fehlerfreie Abwicklung und exakte Datenerfassung so wichtig. Noch scheint die Software zur Erfassung nicht fertiggeschrieben zu schein, einzelne Bundesländer haben bereits eigene Formulare und Mechanismen entwickelt, wie sie die Menschen zu den Tests einladen. Die kleineren ,bevölkerungsärmeren Bundesländer haben es wahrscheinlich leichter als die großen, vor allem die großen Städte wie Wien, Graz oder Linz.

Die Bundesregierung hat ein eigenes Kommunikationsbudget verabschiedet und strebt eine einheitliche bundesweite Kommunikation an. Das ist essenziell. Denn in letzter Zeit gab es zahlreiche widersprüchliche, voneinander abweichende Aussagen, nicht nur in der Regierung, sondern auch von den Ländern. Das darf in Zukunft nicht mehr vorkommen, um die Menschen nicht noch mehr zu verwirren und zu verunsichern oder im Gegenteil Ablehnungsrekationen zu verhindern.

Die Kommunikation muss ein großes Ziel haben: Die Massentests begleiten und aufklären, auf die kommenden Impfungen vorbereiten und über einen längeren Zeitraum hinweg die Vorsichts- und Präventionsmaßnahmen trommeln: Abstand halten, Hände waschen, Masken tragen (und das auch kontrollieren), Massenzusammenkünfte verhindern.

Auch die – hoffentlich vorsichtige und nach Maßgabe der Entwicklung der Infektionen stattfindende – leichte Lockerung muss kommunikativ begleitet werden: Die Menschen – Unternehmen und Konsumenten – müssen wissen was wann wo gestattet und noch nicht erlaubt ist. Alle Durchführungsbestimmungen müssen so klar erklärt werden, dass sie allgemein verständlich und auch einsichtig sind. Sonst wird es schwer, halbwegs unbeschädigt durch den Winter zu kommen.

Und es muss klar gesagt werden, welche Gruppen besonders geschützt werden müssen: Ärzte, Pflegepersonal, Menschen, die für die Infrastruktur notwendig sind – und vulnerable Patienten mit Vorerkrankungen. Am wichtigsten ist diejenigen zu schützen, die unser Alltagsleben und das Gesundheitssystem aufrechterhalten. Denn ohne gesundes medizinisches Personal kommen wir alle ins Trudeln.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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