Jetzt: Gesundheit neu denken. Heute an morgen denken. Und an ein vollkommen neues Gesundheitssystem.

Unser Gesundheitssystem hat bis jetzt gehalten-unter den größten Anspannungen, die es je gegeben hat. Aber es hat gleichzeitig zwei wesentliche Dinge aufgezeigt: je komplexer eine Gesellschaft und je vernetzter das Alltagsleben ist, umso vulnerabler ist jegliche Gesundheitsversorgung. Deshalb braucht sie Redundanzen.

Zum zweiten:  Gesundheit muß absolute Priorität haben. Das Ende der kranksparenden Gesundheitsökonomen ist hoffentlich da. Das heisst: Alle notwendigen Mittel müssen für die Gesundheitsversorgung garantiert sein, ohne dass Rationalisierungen und Rationierungen Priorität über medizinische Argumentation haben. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, ein vollkommen neues integriertes Gesundheitsmodell zu konzipieren, dessen Umsetzung rasch nach der Corona Krise in Angriff genommen werden sollte.

Integratives Gesundheitsmdoell heisst, dass beginnend von der Gesundheits-und Mobilitätserziehung ab der Vorschule , über Prävention und Vorsorge, Früherkennung und Gesundenuntersuchungen bis hin zu Therapie, Medikation, Intervention und Operation, Therapie und Rehabilitation und zur Pflege und Altenpflege alles aus einer Hand einer dedizierten Verantwortung kommen muß. Es muß ein eigenes Health- Ministerium geben, das mit den nötigen Budgetmitteln ausgestattet ist.

Es muss ein Gesundheitsplan ebenso wie einen Epidemie- und Demenzplan erarbeitet werden, es muß der gesamte Altenpflegesektor auf neue Beine gestellt werden. Und es muß ein österreichweit einheitliches Krankenhausgesetz kommen, verbunden mit einer abgestimmten Leistungsbeschreibung pro Krankenhaus oder Klinik.

Corona hat ebenfalls aufgezeigt, wie wichtig die flächendeckende Erstversorgung ist. Und wie notwendig der klassische – und notwendigerweise besser bezahlte und besser anerkannte – Hausarzt ist. Corona hat drastisch bewiesen, welchen Wert persönliches Vertrauen zum Arzt hat, welche Bedeutung – auch im gesundheitserziehenden Sinn – der Hausarzt hat.

Und jetzt muß eine Ausbildungs -und Bedarfsplanung für Ärzte und Gesundheitsberufe definiert werden. Wenn man heuer damit anfängt, und das muss allen klar sein, dann haben wir in 1o Jahren die notwendige Anzahl von Ärzten und in etwa 5 Jahren-wenn sich genügend Interessenten finden – die notwendige Zahl an Pflegekräften erreicht. In diesen Dimensionen müssen wir ab morgen denken und nicht in einer Loch auf Loch zu und Rationalisierungspolitik. Das wäre Dilettantismus.

Eine neues Gesundheitskonzept muß kollateral erarbeitet werden: Staatsvertreter- und Gesundheitsexperten der öffentlichen Hand, Ärzte und Vertreter der Pflegekräfte sowie Gesundheits-Fach-Politiker, wobei die Betonung auf Fach lautet.

Jetzt haben wir eine Chance, die bald nicht mehr kommen wird. Jetzt hat jeder an sich verspürt-gleichgültig ob infiziert oder nicht – wie wichtig ein funktionierendes stabiles, gut strukturiertes Gesundheitssystem ist, wie lebensnotwendig gute -und vor allem auch adäquat gut bezahlte -Ärzte und Pflegefachkräfte sind Und viele haben gesehen, wie extrem vulnerabel das Altenpflegesystem ist.

Aktuell geht es darum die Krise zu meistern, die Ausbreitung des Virus einzudämmen und den „normalen “Gesundheitsbetrieb wieder zu starten – denn die Wartelisten sind überlang.

Dann aber sollten wir zeigen, dass wir gelernt haben.

Und Gesundheitsversorgung radikal neu angehen und raschest realisieren.

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