Jetzt ist es unvermeidlich: Maskenpflicht indoor! Und Restriktionen bei Sport, Fitness, Parties etc.

Es sind nicht nur die bösen Rückkehrer aus dem Urlaub, die das Virus einschleppen. Ein guter Anteil ist hausgemacht: Innerhalb der Familie bei Parties, in Fitness-Centern oder Betrieben mit nicht sehr hygienischen Arbeitsumständen. Deshalb sollte eine Maßnahme sofort ausgesprochen werden: Absolute Maskenpflicht in geschlossenen, öffentlichen und kommerziell genutzten Räumen. Überall.

Österreich ist längst kein Corona-Meisterschüler mehr: Weder im Verhalten der Einzelnen noch in der Konsequenz der Gesundheitsverwaltung: Widersprüchliche rechtlich wenig durchdachte Verordnungen, die unrealistisch sind oder wo es an Hard- und Software mangelt, Verschleppungen bei längst notwendigen Maßnahmen wie der Ampel, überbordender Föderalismus beziehungsweise Schrebergarten-Denken.

Solange es keinen wirksamen Impfstoff gibt und auch keine validen Medikamente zur Behandlung von Infizierten, müssen Vorsorgemaßnahmen getroffen werden: Eine der wichtigsten heißt „Masken tragen“. Dort wo die Infektionsgefahr am höchsten ist: In geschlossenen Räumen, in denen es schwer ist Abstand zu halten, in denen gesprochen wird und wo man sich berührt.

In Arizona, wo man anfangs Corona nahezu ignoriert hatte, wurde nachdem die Fallzahlen deutlich stiegen, Maskenpflicht verordnet. Die Folge : ein deutlicher Rückgang der Neuinfektionen. Das sollte nachdenklich stimmen.

Die zweite Maßnahme ist: Überdenken der Zugangsbestimmungen bei großen Ereignissen insbesondere der Unterhaltungs- und Sportindustrie.

Auch bei den Schulen kann man die Verantwortung nicht an die Direktoren und Lehrer abschieben, solange es keine verbindlichen Standards gibt. Lehrer sind keine Mediziner und können nicht aus dem Bauch heraus Diagnosen stellen. Noch dazu in Zeiten, wo  Schnupfen und Verkühlungen zum Alltag gehören wie im September, Oktober und November.

Wenn diese Regeln nicht eingehalten werden, besteht die Gefahr, dass wir die Verbreitung nicht eingrenzen können und exponentielles Wachstum stattfindet. Dann droht unvermeidlich ein zumindest teilweiser Lockdown.

Gerade in dieser kritischen Phase kann man nichts auf die leichte Schulter nehmen. Besorgnis auszudrücken und zur Selbstdisziplin aufzurufen, ist wohl etwas wenig.

Anderseits: Es besteht berechtigte Hoffnung, dass es in absehbarer Zeit einen Impfstoff geben wird. Das heißt: Jetzt vorordern, sonst schauen wir durch die Finger. Geld haben wir genügend und diplomatische Beziehungen hoffentlich wohl auch.

Zuschauen und hoffen, dass eh nicht schlimmes passiert, ist unverantwortlich. Und zutiefst ungerecht.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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