Kein Aut idem. Hausapotheken für jeden Hausarzt. Die Medikamentenknappheit hat viel mit Parallelexporten zu tun.

Immer stärker wird die Forderung laut, Parallelexporte von Medikamenten zu verbieten. Man verlangt eine rigide Regelung. Medikamente, die eigentlich für Österreich gedacht sind, werden exportiert und zwar in jene Länder, wo die Preise höher und damit die Margen besser sind. Dem muss ein Riegel vorgeschoben werden.

Dasselbe gilt für das klare „Nein“ zu Aut idem. Die Apotheken sind verpflichtet, die Medikamente an den Patienten auszufolgen, die auf dem Rezept stehen. Und nicht irgendein Ersatzpräparat oder Generikum ihrer Wahl.

Apotheker sind keine Mediziner und kennen in der Regel auch die Befindlichkeiten von Patienten nicht. Dass sie für Aut idem sind, also selbst entscheiden, den Patienten ein billigeres – aber margenstärkeres – Medikament zu geben, ist lediglich aus der Sicht der Apotheker zu verstehen. Nicht aber aus ärztlicher Sicht.

Apotheken ersparen sich nämlich viel an Lagerkosten, wenn sie die Anzahl der verfügbaren Medikamente reduzieren und steigern Gewinne, wenn sie in größeren Mengen – und dafür billiger – einkaufen. Das mag vom Profitgedanken her verständlich sein, aber nicht aus gesundheitlichen Gründen.

Erstens wissen Ärzte wie ihre Patienten ticken, welche Medikamente sie gut vertragen. Die Patienten sind es gewohnt, stets das gleiche Medikament – die gleiche Form und Farbe einzunehmen und werden verunsichert, wenn die Packung plötzlich eine andere ist. Insbesondere bei älteren Patienten ist dies häufig der Fall.

Deshalb plädieren wir ja seit Jahren, dass automatisch jeder Allgemeinmediziner eine eigene Hausapotheke führen darf. Vor allem am Land ist dies wesentlich für eine flächendeckende Versorgung.

Ältere, weniger mobilere Menschen sind kaum in der Lage, mehrere Kilometer zur nächsten Apotheke zu fahren, wenn zudem das öffentliche Verkehrsangebot dürftig ist.

Für Landärzte sind Hausapotheken aus mehreren Gründen notwendig: Rasche Versorgung ihrer Patienten und bessere Belieferung. Natürlich spielen auch finanzielle Gründe eine Rolle: Viele Hausärzte können ohne Hausapotheken nicht vernünftig wirtschaften. Die Kosten sind zu hoch, der Umsatz im Verhältnis zum Stundenaufwand zu gering.

Noch etwas: Apotheken machen einen beträchtlichen Teil des Umsatzes mit OTC-Produkten, für die es keine Verschreibung braucht. Vielleicht wäre es besser neue Geschäftsfelder zu erschließen, statt sich mit Ärzten zu matchen. Auch Impfungen, wie einmal vorgeschlagen, sollten in Apotheken nicht durchgeführt werden.

Also kein Aut idem.

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