Können wir uns laissez-faire noch leisten? Veranstaltungen absagen, Universitäten schließen? Krankschreiben am Telefon?

In Deutschland können Ärzte ihre Patienten via Telefon krankschreiben. In den meisten Nachbarländern werden Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern abgesagt, ebenso wie Messen. In manchen Städten sind die Schulen geschlossen. Und Italien hat sich radikal abgeschottet. Keine Reiseerlaubnis

Wir sollten in Österreich jenseits aller Panikmache einerseits und Lässigkeit andererseits ernsthaft darüber reden, was alles notwendig ist, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Und die Auswirkungen zu minimieren.

Selbst innerhalb der Parteien gibt es keine einheitliche Meinung. Und auch die Wissenschaft und Forschung können – noch – keine schlüssigen Antworten geben. Man weiß zu wenig. Und Informationen aus China können auch schöngefärbt sein.

Was hilft, ist Aufklärung, Information, Vorsorgen und Vorsicht. Die Albertina hat das Ereignis des Jahrzehnts – die Eröffnung der neuen Albertina im Künstlerhaus – abgesagt. Sicher schweren Herzens. Aber in voraussehender Verantwortlichkeit.

Wir dürfen eines nicht vergessen: Es geht nicht nur um die Anzahl der Infizierten und deren Genesung, es geht auch um die Belastbarkeit des Gesundheitssystems. Die Ärzte und Pflegerinnen sind potenziell gefährdeter als Menschen, die nicht im Gesundheitssystem arbeiten. Irgendwann – und das kann bald der Fall sein – gibt es zu wenige Ärzte und Pflegekräfte, zu wenige Isolierzimmer und zu wenige Betten.

Schon jetzt gibt es einen – vorsichtig formuliert – Engpass bei den OP-Masken, sodass nicht lebensnotwendige Operationen verschoben werden müssen.

Ziel muss sein, das Sozial- und Gesundheitssystem zu stabilisieren und leistungsfähig zu erhalten. Alle Maßnahmen sollten diesem Ziel untergeordnet werden. Auch wenn sie die Wirtschaft treffen und vor allem den Tourismus, eine der wichtigsten Einnahmequellen.

Südtirol hat die Schisaison abgesagt: Lifte und Hotels geschlossen. Zuletzt hab es eine beträchtliche Anzahl von Infizierten in Winterschiorten, in Bars oder anderen Lokalitäten.

Wir brauchen jetzt Mut zu unpopulären Maßnahmen. Darüber muss die Regierung mit fachlich versierten Ärzten und Forschern entscheiden. Die Ärztekammer hat bereits eine Entscheidung getroffen : Absage sämtliche Kammerversammlungen und Veranstaltungen mit  mehr als 20 Anwesenden.

Laissez-faire geht nicht mehr.

Posted in

1 Kommentar

  1. Veröffentlich von Brigitte Simon-Daum am März 11, 2020 um 2:12 am

    Genauso ist es richtig und nur so kann im Endeffekt unser Gesundheitssystem effektiv für Patienten im Notfall da sein.

Hinterlassen Sie einen Kommentar