Müssen wir die Einkaufszentren stürmen und Partys veranstalten ?Abstand halten … So wenig wie möglich ausgehen. Das ist Gebot der Stunde.

Am ersten „Entspannungswochenende“ schien es, als ob viele Österreicher der Meinung seien, das Corona Virus habe sich verflüchtigt oder sei abgeschafft. Überfüllte Parks und Liegewiesen in Wien, wo Abstand halten nicht mehr möglich ist, höher frequentierte Rad- und Fußwege als in „normalen“ Zeiten und überfüllte Malls, wo viele einfach aus Langweile verkehrten. Hat die Disziplin der Menschen abgenommen. Wurden vorschnell zu viele Lockerungen auf einmal verfügt ? Fakt est : Die Pandemie ist längst nicht vorbei.

Es gibt gute Meldungen : Die Forschung macht Hoffnung, dass es mittelfristig lindernde Medikamente  gäbe und auch Impfungen bis nächstes Jahr verfügbar seien- fragt sich nur wieviel an Impfstoff es geben wird und wie er verteilt wird. Es gibt die Möglichkeit der Produktion von Plasma, welches aus dem Blut Geheilter gewonnen wird, und in der Behandlung Infizierter sehr helfen kann. Es gibt ein in den USA bereits zugelassenes Medikament-Remdezivir. Es gibt ein vielversprechendes Medikament des österreichischen Wissenschaftlers Prof. Penninger, das in Studien getestet wird. Es wird auf Hochtouren geforscht, um rasch eine wirkungsvolle Therapie zu finden.

Anderseis nehmen Disziplin und Respekt ab . Und Kontrolle. Manche großen Einkaufsmärkte sind sicherheitstechnisch sichtlich nicht vorbereitet, wie sich die Gastronomie vorbereiten wird, weiss man nicht. Aber wir wissen, dass ein Großteil der Österreichischen Schulen sanitär nicht auf den letzten Standards sind und jeder Mathematiker wird ausrechnen, dass in den öffentlichen Verkehrsmitteln, wenn sie wieder so stark frequentiert werden, wie vor der Krise, der Ein Meter Abstand mit Garantie nicht eingehalten werden kann. Weder beim Ein-und Aussteigen, noch an den Wartestellen und schon gar nicht in den Verkehrsmitteln selbst.

Wir Ärzte haben schon vor Tagen eindringlich gewarnt, dass eine deutliche Steigerung der Infizierten kommen könne und eine eventuelle zweite Welle nicht auszuschließen sei.

Der Druck auf Lockerung kommt nicht von den Epidemologen und Gesundheitsexperten, sondern von der Wirtschaft und von den Konsumenten und manchen Medien.  Die Menschen beginnen, Lagerkoller ähnliche Zustände zu erleben und lassen ihren Emotionen freien Lauf. Man konnte das in den beiden letzten Tagen erleben : Die Demonstration gegen die Einschränkungen des Alltags häufen sich.

Die Politik muß klug handeln und darf nicht den Fehler begehen dem Populismus Vorschub zu leisten, oder gar deshalb zu lockern weil man sich dadurch mehr Wählerstimmen erwartet. Was wir nicht brauchen könne, ist Partei- und Interessenspolitik.

Mehr als in den ersten Wochen ist jetzt Vorsicht geboten. Und mehr denn je gilt : Abstand halten, Masken tragen und sich so wenig wie möglich bzw. vorsichtig und nur mit Abstand in der Konsumwelt aufhalten. Aufgestaute Konsumwünsche sind zwar verständlich aber dürfen nicht explodieren und zu Leichtsinn führen.

Sonst

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