Neue Verantwortung für Ärzte! Verabschiedet: Liste von Erkrankungen bei Risikopatienten.

Zumindest bei einem Thema scheint Klarheit: Das Parlament verabschiedet am 22.04. einen Erlass, aufgrund welcher Erkrankungen und Vorerkrankungen und sonstiger Ursachen Patienten als Teil der Risikogruppe eingestuft werden können. Das bedeutet: Recht auf Home-Office oder Recht auf bezahlte Freistellung vom Dienst. Basis sind Medikationsdaten der Sozialversicherung. Die letztgültige Entscheidung trifft der Arzt im Gespäch mit dem Paitenten.

Das ist gut so, denn damit kann zumindest eine größere Gruppe von Menschen in Österreich vorsorglich besser geschützt werden und gleichzeitig verhindert werden, dass sie andere anstecken. Übrigens: auch Ärzte können nunmehr zu den Risikogruppen gezählt werden. Das ist essenziell, sie arbeiten an der wohl exponiertesten Stelle, ebenso wie Mitarbeiter im Lebensmittelhandel und anderen Dienstleistungen.

Und Ärzte haben erstmals valide Grundlagen, welche Entscheidungen sie bei Risikopatienten treffen können.

Es ist auch gut – allerdings müsste das Tempo stark erhöht werden – dass alle Bewohner von Alters- und Pflegeheimen auf Corona getestet werden, ebenso wie die dort arbeitenden Pflegekräfte und andere Angestellte. Denn die Erfahrungen aus Frankreich und Italien zeigen: ein signifikant hoher Anteil von  Menschen sind in Altersheimen gestorben, oft unbemerkt von der kritischen Öffentlichkeit.

Ob man nun Besuche in Altersheimen erlaubt, erscheint dennoch fragwürdig,  ebenso wie manche angekündigten Lockerungen sehr kritisch betrachtet werden müssen. Wie können die notwendigen Abstände beispielsweise beim Friseur und anderen persönlichen Dienstleistungen eingehalten werden, wie managet man den Zutritt zu Zügen und U-Bahnen oder Straßenbahnen, wenn die Mobilität, wie erwartet, deutlich ansteigen wird. Wie will man in der Gastronomie verhindern – vor allem am Abend – dass sich dennoch keine Gruppen zusammensetzen, welche Durchführungsbestimmungen gibt es für unterschiedliche Sportarten, wenn sie wieder erlaubt werden, wie regelt man den Zustand zu Leichtathletikstadien und Turnplätzen, oder wie regelt man den Ablauf des Unterrichts?

Es gibt Fragen über Fragen, die allerdings den vorsichtigen Optimismus nicht beeinträchtigen sollten.

Nach wie vor gelten die Grundregeln: so viel wie möglich zu Hause bleiben, Abstand halten, Masken tragen, Hygienevorschriften penibel einhalten.

Und es gilt: Maskenvorräte und Schutzmäntel für Ärzte und medizinisches Person in redundanten Mengen bereitzuhalten. Die Tests intensivieren. Und wachsam sein.

Die Pandemie wird uns noch Monate begleiten.

Jetzt schon von der Belebung der Tourismuswirtschaft zu reden, ist wenig konstruktiv.

 

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1 Kommentar

  1. Veröffentlich von Silvia Dipl-Ing. Jell am Mai 3, 2020 um 9:56 pm

    Der Link zum Erlass vom 22.4.2020 fehlt. Erforderlich für seriöse Berichterstattung. Danke fürs Nachreichen.

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