Nichts wird mehr wie früher sein!!!

Wie die Pandemie das gesamte Gesundheitswesen und die Versorgung veränderte und verändern wird.

Die Infektionszahlen sind im Ansteigen. Extreme Vorsicht ist geboten. In Österreich steigen sie relational stärker als etwa in Deutschland, Italien oder UK. In Deutschland sind es knapp  1700, in Italien unter 500, im  UK etwas mehr als 1000 täglich. Deutschland hat zehn Mal so viele Einwohner, Italien 7 mal so viele, ähnlich wie UK : Das wird bei den meisten Statistiken vergessen, anzugeben. Die Pandemie hat auch bleibende Auswirkungen auf den Krankenhaus- und Ordinationsalltag.

Wie der Gesundheitsminister verlautbart hat, wurden während des Lockdowns um ein Viertel weniger Herzinfarkte behandelt und die Zahl der unfallbedingten Behandlungen ging um die Hälfte zurück, die Krebs Therapien um ein Drittel.

Kaum jemand wird mehr in einem Krankenhaus zu einer geplanten Operation aufgenommen, der nicht vorher einen Corona-Test negativ befundet hat. Deshalb ist es so wichtig Krankenhäuser und Ordinationen zu schützen: Das heißt, die hier tätigen Menschen und die Patienten. Denn etwas ist klar: Die notwendigen Behandlungen, Operationen und Therapien müssen weiterlaufen, sonst gefährdet man Menschenleben.

Zurückgegangen ist auch die Zahl der Arztbesuche. Aus Vorsichtsgründen, deshalb ist es auch so wichtig, dass das Krankschreiben via Telefon oder Mail, die E-Rezepturen und anderes an E-Medikation beibehalten und ausgebaut werden. Ich bin guter Hoffnung, dass der Gesundheitsminister sich für elektronische Krankschreibung entscheiden wird. Die Zahl der missbräuchlichen Fälle hält sich in Grenzen, die Krankschreibungen sind nicht mehr geworden, sondern zurückgegangen.

Damit der Alltag im Gesundheitswesen wieder bestmöglich hergestellt werden kann, muss es härtere Maßnahmen geben: Maskenpflicht in geschlossenen Räumen, Maskenpflicht in Schulen für Lehrer und Schüler ab der 5. Schulstufe. Schulen müssen zumindest ein gewisses Niveau in Punkto Hygiene- Sanitär-sowie Lüftungsmöglichkeiten nachweisen.

Es muss weiterhin striktes Bar- und Discoverbot geben, und man sollte auch den Appell zum Social Distancing wieder verstärkt verlautbaren.

Solange wir keinen Impfstoff haben, ist die Pandemie vorhanden. In Frankreich gibt es Maskenpflicht an jedem Arbeitsplatz. Die Menschen haben das zum Großteil positiv ausgenommen. In vielen europäischen Städten herrscht wieder Maskenpflicht auch im Freien. Darüber kann man diskutieren, denn eine Übertragung im Freien ist nur bei extremer Nähe möglich..Wenn Abstand gehalten wird braucht man im Freien keine Masken. Meeresstrände werden geschlossen. Privatparties sind untersagt -und es wird auch kontrolliert.

Man überlegt verpflichtende Registrierungen von Gästen in der Gastronomie einzuführen. Auch das ist verständlich: denn nur dadurch kann sinnvolles Containment geleistet werden. Alternativ sollten alle die Corona app installiert haben-sie registriert Kontakte und im Infektionsfall werden sämtliche Kontaktpersonen informiert.

Ob wir wollen oder nicht: Wir müssen unser Alltagsleben auf Corona ausrichten. Sonst gefährden wir uns und andere.

Maskentragen muss zum in geschlossenen Räumen Usus werden.

Aus medizinischer Sicht: Wir müssen alles tun, um nicht nur Corona zu bekämpfen, sondern auch die „alltäglich bestmögliche und gerechte Versorgung“ zu bewahren. Spitzenmedizin für alle.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

(erfasst am 20.08.2020)

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