Nur Ärzte sollen und dürfen impfen. Das Angebot der Apothekerkammer erfolgt zur falschen Zeit und ist auch nicht notwendig. Und nicht statthaft und legitim.

Jetzt haben wir endlich – so schaut es aus – genügend Impfstoff. Mehr als 4000 niedergelassene Kassenärzte und tausende weitere niedergelassene Ärzte stehen parat. Sie können selbst größte Impfstoffmengen rasch verimpfen – wohnortnahe, noch dazu bei Patienten, die ihr Vertrauen genießen. Zudem gibt es perfekt funktionierende Impfstrassen. Das Angebot der Apothekerkammer kommt zu spät, ist nicht notwendig, und medizinisch auch nicht vertretbar.

Apotheker haben kein medizinisches Studium absolviert. Sie sollen bei ihren Leisten bleiben, die Öffnungszeiten weiter optimieren und die Services für ihre Kunden verbessern. Es ist gut wenn sie Masken verkaufen und Antigentests entgegennehmen oder zur Verfügung stellen, aber das reicht.

Es liegt nicht daran, dass es zu wenige Impfstellen in Österreich gibt, sondern – bislang -zu wenig Impfstoff. Die Distribution läuft durch den Pharmagroßhandel  reibungslos ab-.quod erat demonsdrandum.

Die Apotheken sind  Partner der Ärzte: wenn es um die Bereitstellung der von den Ärzten vorgeschriebenen Medikamente geht – und zwar ohne aut idem -, ihre Kunden bei leichten Erkältungen und anderen glimpflichen Vorkommnissen die richtigen  OTC-Medikamente und Heilmittel geben, Salben nach Rezept herstellen und darauf wert legen, das verschriebene Medikamente auch lieferbar sind.

Impfen dürfen ausschließlich approbierte Ärzte. Weil Impfen nicht nur die Verabreichung der Spritze darstellt, sondern die Aufklärung und Beratung, bzgl. Impfstoff, Nebenwirkungen und Therapie derselben auch beinhaltet. Ganz zu schweigen von der fachgerechten Therapie (seltener) heftiger allergischer Reaktionen. Hier bedarf es einer fundierten ärztlichen Ausbildung.

Ich denke deshalb können und wollen die meisten Apotheker gar nicht impfen.

Um die Organisation und die rasche Möglichkeit große Teile der Bevölkerung zu impfen, braucht man sich keine Sorgen machen. Im Gegenteil: Die Ärzte sind einsatzbereit und beherrschen die notwendigen technischen und organisatorischen Schritte.

Es gibt 18.000 niedergelassene ÄrzteInnen, alle können und dürfen impfen- jeder verimpft 55 Dosen- ist eine Million Dosen- dies kann innerhalb kürzester Zeit erfolgen- hätten wir ausreichend Impfstoff, könnten wir bei einer gemeinsamen Anstrengung das gesamte Land innerhalb von wenigen Tagen impfen!

Zudem ist fraglich ob Apotheken die notwendige Infrastruktur auch haben, um zu Impfen. Nein, Danke.

Aber dafür nochmals der Appell an die Regierung : Zeitnahe mehr  Impfstoff besorgen.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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