Schluss mit der Abhängigkeit von China und USA!

Wir brauchen eine europäische Impfstoffproduktion und mehr Forschung.

Die Entwicklung von Impfstoffen, konstatiert Wayne Koff, Präsident des Human Vaccines Project, dass die Impfstoffforschung und Produktion im 21. Jahrhundert sträflich vernachlässigt worden sei. Gleichzeitig warnte er schon 2016 vor einer möglichen Pandemie, gegen die es keinen wirksamen Impfstoff geben werde. „Die Produktion von Impfstoffen ist ein teurer und ein sehr langsamer Prozess, der Milliarden kostet, Jahrzehnte braucht und eine Erfolgsrate von weniger als 10 Prozent ausweist.“ Deshalb habe die Pharmaindustrie kaum Interesse in die Impfstoffentwicklung zu investieren – jetzt muss sie es, und sei es auf Druck der europäischen Regierung. Das wünschen sich alle.

Wir brauchen nämlich so rasch wie möglich einen sicheren, wirksamen und verlässlichen Impfstoff gegen Corona. Und weiters brauchen wir gerade in Europa auch raschere Zulassungsverfahren. Eine bereits 2012 veröffentlichte Studie zeigt, dass die Zulassung eines Medikamentes in den USA 12 bis maximal 20  Monate in Anspruch nimmt, in Deutschland hingegen 70 Monate, in anderen EU-Ländern bis zu 100 Monate. Da ist es meistens schon zu spät.

Eine Konsequenz der Corona Erfahrungen muss sein – gerade von Sinnen der EU – viel Geld in die europäische Impfstoffforschung zu investieren und Unternehmen zu motivieren – notfalls mit Zwang und Zuschüssen – autonom in die Entwicklung von Impfstoffen zu investieren.

Denn: selbst wenn es bald einen wirksamen Anti-Corona Impfstoff geben wird, ist noch lange nicht gesagt, dass Österreich auch in den Genuss desselben kommen wird. Es wird einen beinharten internationalen Wettkampf geben, der zu einer Kostenspirale führt, die wir uns derzeit nicht vorstellen können. Im Vergleich zu den großen Abnehmern ist Österreich ein Peanuts Faktor.

Die jüngst veröffentlichte Patentstatistik für 2019  hat gezeigt, dass China allen anderen Nationen deutlich vorausgeeilt ist und dass bereits 40 Prozent der weltweit geltenden neuen Normen von China aus festgelegt werden. Was das bedeutet, kann sich jeder vorstellen.

Auf Österreich bezogen, heißt das, wesentlich mehr Investitionen in Exzellenzunis und -zentren, um den seit Jahren steigenden Brain-Drain zu stoppen. Denn die besten österreichischen Wissenschafter – gerade in der Medizin – neigen dazu das Land zu verlassen, weil die Forschungsgelder mager und die Freiheiten gering sind. Unsere Universitäten liegen in den internationalen Rankings gerade noch im Mittelfeld,  im Vergleich zur ETH Zürich  sind wir deutlich schwächer.

Vielleicht gilt es – anspielend auf das Motto „Koste es was es wolle“ – deutlich mehr Geld für die Grundlagenforschung zur Verfügung zu stellen. Wir hatten in Österreich einmal eine weltweit führende Firma, die Impfstoffe herstellt. Warum sollten wir nicht wieder an dieses Niveau anschließen?

Jetzt müssen wir mit konsequenter Vorsorge beginnen – nicht nur gegen eine zweite Corona Welle, sondern gegen andere mögliche Erkrankungen und gegen die Wiederkehr von längst ausgerotteten.

 

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