Testen,testen-Abstand halten .Achtung bei der Lockerung

Ab Montag sind die meisten Geschäfte wieder offen. Auch die persönlichen Dienstleister arbeiten wieder. Das birgt zusätzliche Gefahren – und das bei Neuinfektionsraten, die seit Wochen stabil über 1200 bis 1300 liegen. Wir zählen 8000 Tote. Damit die neu Infektionen -und die Verbreitung der neu auftretenden Virusvarianten – sich nicht wieder exponentiell vermehren, ist extreme Vorsicht geboten

Und das heißt: regelmäßig testen. Teststationen gibt es genug, zudem erhalten Betriebe 10 Euro Zuschuss für Mitarbeiter Tests. Noch penibler auf Einhalten des Abstandes achten- vor allem indoor in den Geschäften, die hoffentlich dementsprechende Zugangsregeln nicht nur vorschreiben, sondern auch exekutieren. Kontakte nochmals reduzieren, so viel wie möglich daheimbleiben und daheim arbeiten.

Es bringt niemandem etwas, wenn man nach wenigen Tagen feststellen muss, dass man den Lockdown wieder verordnen muss. Es ist dem Handel zu gönnen, wenn er seine Lagerbestände noch rasch abverkauft-riesige Werbeaktionen laufen bereits. Ob das ethisch und gesundheitspolitisch korrekt ist, mögen andere bewerten.

Mir und uns Ärzten geht es darum, dass das System nicht überlastet wird und dass es genügend Kapazitäten für die Behandlung sämtlicher Patienten gibt. Man bemerkt erst jetzt so richtig, welche Konsequenzen Corona haben kann. Genesene Menschen benötigen teilweise ein halbes Jahr oder mehr, bis sie wieder so leistungsfähig sind, dass sie voll arbeiten können.

Zahlreiche Epidemiologen warnen vor den neuen Virusvarianten-nicht nur bei uns, auch in anderen Ländern. Professionelles contact-tracing und konsequente Isolation sind notwendig, selbst wenn es ganze Bezirke betrifft.

Hausärzte und niedergelassene Fachärzte haben insbesondere derzeit eine Schlüsselfunktion : Beim Testen, beim Impfen, das parallel forciert werden muss und beim Support. Aber auch bei der Entlastung des Krankenhausbetriebes.

Die kommenden Wochen werden entscheidend sein-wenn die Infektionszahlen und der sieben Tage Index signifikant steigen, muss wieder zugesperrt werden. Das kann niemand ernsthaft wollen. Deshalb: Zurückhaltung beim Konsum, doppelte Vorsicht bei Kontakten. Und testen- so oft es geht; auch wenn es Überwindung kostet. Eine Viertelstunde Investition in Tests kann Leben retten und die Ausbreitung der Krankheit verhindern.

Das wäre nicht nur für die Wirtschaft fatal, sondern für soziale Stabilität unserer Gesellschaft.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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1 Kommentar

  1. Veröffentlich von rosmarie rauch am Februar 7, 2021 um 12:52 pm

    Wir Hausärzte dürfen nicht für die Patienten kostenlos testen, wir Hausärzte bekommen keinen Impfstoff geliefert, weder für einen Support noch für die Entlastung des Krankenhausbetriebes wäre mir eine zusätzlich verrechenbare Positionsnummer bekannt.
    Eigentlich sind die kommenden Wochen schon seit einem Jahr entscheidend.
    Seit einem Jahr versorgen wir die Patienten rund um die Uhr, ist aber nicht weiter aufgefallen.
    Aufgefallen und belohnt werden die Leistungen der Apotheker.
    Vielleicht sollten wir Hausärzte uns ein bisschen zurücknehmen.
    Das würde dann auffallen

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