Uneingeschränktes „Ja“ zu Sputnik. Kaufen. Wir brauchen Impfstoffe.

Österreich hat deutlich zu wenig Impfstoffe. Über Ostern wird teilweise nicht geimpft, teilweise nur im eingeschränkten Rahmen. Wir haben zu wenig Impfstoff, und dann noch die ewigen Diskussionen rund um AstraZeneca. Wir können uns gar nicht erlauben, wie die Deutschen, AstraZeneca für unter sechzigjährige  nicht einzusetzen. Deshalb ist eine richtige Entscheidung, Sputnik zu kaufen, in den Mengen, die verfügbar sind.

Österreich kann und muss sich erlauben, aus der EU-Front auszusteigen und selbst Medikamente einzukaufen. Es gibt die Möglichkeit einer nationalen Notzulassung für Medikamente, die international erprobt sind, und für die es dementsprechende Expertisen gibt. Das ist bei Sputnik der Fall.

Wir sind im Wettlauf mit der Pandemie in Rückstand geraten. Deshalb ist es eine kluge und mutige Entscheidung, Sputnik V einzukaufen und sich bei anderen Quellen umzuschauen. Wir können uns nicht leisten, dass die Spitäler und Intensivstationen überlastet und ausgelastet sind, wir können uns hohe Hospitalisierungsraten nicht leisten und schon gar nicht Menschen, die sterben, weil sie nicht geimpft oder anderswertig behandelt werden.

Denn es gibt tausende Patienten, die regelhafte intensive medizinische Betreuung benötigen, die Krebstherapien brauchen, oder andere lebensnotwendige Hilfen. Sie dürfen ebenso wenig Opfer sein, wie Menschen, die plötzlich einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall bekommen.

Es muss unser Ziel sein die komplette medizinische Betreuung aufrecht zu erhalten, auf Qualitätsstandards, wie wir es bislang gewohnt sind. Das geht nur, wenn wir zügig impfen. Allein 4.000 niedergelassene Allgemeinmediziner und im Bedarfsfall bis zu 18.000 niedergelassene Ärzte und Fachärzte stehen zur Verfügung, um Patienten zu impfen. Wenn ein Arzt auch nur 20 Patienten pro Tag impfen kann, kann man sich leicht ausrechnen wie rasch weite Teile der Bevölkerung durchgeimpft sind. Und das wird auch notwendig sein.

Denn weitere Mutationen sind zu befürchten, ohne Lockdown werden die Neuinfektionen exponentiell steigen, und wir sehen einer gesundheitspolitischen Katastrophe entgegen. Deshalb Impfstoff kaufen, ja zum Projekt Sputnik und schnell impfen.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

Posted in

Hinterlassen Sie einen Kommentar