Vertrauen statt Misstrauen!

Wir fordern: Beibehaltung der elektronischen Krankschreibung.

Wir leben immer noch in pandemischen Zeiten, in denen Risikovermeidung und Kontaktvermeidung an oberster Stelle stehen. Während des Lockdowns waren elektronische Rezepte und elektronische Krankschreibung möglich. Es hat gut funktioniert und sowohl Patienten als auch Ärzte entlastet. Warum man jetzt das elektronische Krankschreiben verbieten möchte, erscheint nicht einsichtig.

Erstens geht es um Vertrauen statt Misstrauen. In Zeiten von Corona und hoher Arbeitslosigkeit werden sich die Wenigsten aus Jux und Tollerei krankschreiben lassen. So viel Zutrauen muss man zu den Menschen haben. Zudem können Ärzte aus Gesprächs- oder Videoanalysen ganz gut abschätzen wie es ihren Patienten geht. Schließlich kennen sie die meisten.

Was aber am stärksten wiegt, ist die Risikominimierung. Arztbesuche sollte man nur in den dringlichsten Fällen vornehmen, um sich selbst vor Infektionen, aber auch die Ärzte und deren Mitarbeiter zu schützen.

Gerade jetzt, wo immer wieder neue Brandherde aufflackern, erscheint Vorsicht mehr denn je geboten zu sein.

Die Erfahrungen der vergangenen Wochen haben gezeigt, dass die Disziplin nachgelassen hat, vielfach auf das Maskentragen verzichtet wird, Abstände nicht eingehalten werden und vermehrt Parties gefeiert werden.

Vor allem in geschlossenen Räumen heißt es Obacht zu geben: wie zum Beispiel in Ordinationen. Deshalb sollte man das elektronische Krankschreiben weiterhin erlauben. Es entlastet und reduziert Risiken. Und es bedeutet weniger Administration. Vor allem sollte ein Grundsatz gelten: Vertrauen statt Misstrauen. Die Zahl der Simulanten hält sich in engen Grenzen.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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