Vorrang für Gesundheits- und Sozialpolitik!!! Jetzt muß konstruktiv gearbeitet werden.

Die kurzzeitige Regierungskrise ist vorbei, Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat die Beteiligten aufgefordert, nun mehr fokussiert zu arbeiten. Das ist richtig. Der Fokus muss in den kommenden Monaten auf Gesundheits- und Sozialpolitik liegen. Beides hängt unmittelbar zusammen.

Armut produziert Krankheit. Armut produziert Bildungsferne. Das wissen wir.Ein Blick auf die Statistiken bei Schülern und Jugendlichen macht deutlich : steigende Adipositas-Quoten, Diabetes, chronische Gelenkserkrankungen und Fehlsichtigkeit .

 Im 1.  Und dringlichsten Schritt aber geht es darum, der Pandemie zu widerstehen. Wir alle wissen, dass Impfen die einzig sinnhafte und realistische Lösung ist. Wir müssen alles tun, um die Impfquote zu erhöhen, vor allem angesichts der Wintersaison, einer möglichen Grippewelle, und des Drucks der Tourismusindustrie.

Das heißt zu den Menschen gehen, Überzeugungsarbeit leisten, vor allem in den Ordinationen und Schulen. Das heißt aber auch klare und strenge Regelungen zu schaffen. 3-G am Arbeitsplatz erscheint sinnhaft. Impfgebote für alle Menschen, die im öffentlichen Dienst arbeiten, sollten selbstverständlich sein. Es geht nicht an, das ungeimpfte Lehrer unterrichten, oder  nicht geimpfte Polizisten Straßendienst versehen.

Für den Gesundheitsbereich ist Impfpflicht ohnehin logisch.

 Das 2. ist: Impfen vor Ort. Wo immer es Menschenansammlungen gibt, sollte es Impfangebote geben. Spontan und unkompliziert. Vielleicht lassen sich Menschen, die unbedingt Einlass zu bestimmten Veranstaltungen haben wollen, im letzten Moment noch überzeugen.

Das 3. ist mehr Geld für das Gesundheitssystem. Die Ressourcen sind jetzt schon erschöpft. Nachwuchs ist schwer zu finden, insbesondere im Pflegebereich. Wir müssen das Umfeld für Ärzte verbessern, um zu verhindern, dass Mediziner nach dem Studium ins Ausland gehen, weil es dort bessere Bezahlung gibt, bessere Rahmenbedingungen und andere Karrierechancen.

Wenn wir so weiter tun, werden wir zu wenige Menschen im Gesundheitssystem haben. Wir brauchen mehr als 100.000 Pfleger in den nächsten 10 Jahren, wir stehen vor der Tatsache, dass die ländliche Gesundheitsversorgung – in der Allgemeinmedizin – nicht aufrechterhalten werden kann. Wir brauchen dringend mehr Ärzte in den Krankenhäusern. Und wir brauchen endlich ein ausreichend dotiertes Vorsorgeprogramm. Das sind die Probleme, die anzugehen sind.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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1 Kommentar

  1. Veröffentlich von Wolfgang Bauer am Oktober 15, 2021 um 6:33 am

    „Wir alle wissen, dass Impfen die einzig sinnhafte und realistische Lösung ist.“

    Apeiron & co., bitten informieren Sie sich über die kommenden Behandlungsmethoden und schreiben Sie auch darüber einmal einen Artikel, um den Menschen die Angst zu nehmen.

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