Warten auf einen Impfstoff gegen Covid ?

Jetzt Vorverträge abschließen. Sonst kriegen wir nichts oder zu wenig und zu spät!

Die Covid Pandemie beherrscht die Welt und breitet sich weiter aus. Eine valide Schutzimpfung würde der Erkrankung Einhalt gebieten. Etwa 150 Firmen arbeiten international intensiv an der Entwicklung von Schutzimpfungen. Zirka fünf von ihnen sind kurz vor oder in der Phase 3 der klinischen Prüfung, was bedeutet, dass Versuche an Menschen erfolgreich waren, es gelungen ist eine wirksame Dosis für die Bildung von Antikörpern zu finden und nun kann der Impfstoff an vielen Probanden  erprobt werden.

Insbesondere muss geklärt werden, ob es Nebenwirkungen gibt, es zur Antikörperbildung kommt bzw. ob ein Impfschutz gegeben ist. Es erscheint sehr wahrscheinlich, dass ein oder mehrere Impfstoffe funktionieren und  innerhalb der nächsten Monate  zur Verfügung stehen könnten.

Obwohl sich in Österreich nur etwas mehr als ein Drittel der Bevölkerung  impfen lassen möchte, was ich aus medizinischer Sicht zwar nicht verstehe, aber respektieren muss, würde  die wirkungsvolle Impfung  auch nur eines Drittels der Bevölkerung der Krankheit ihren Schrecken nehmen.

Unsere nahezu einzige Hoffnung auf ein Ende der Bedrohung durch Covid ist die Impfung. Deshalb müssen alle Länder danach trachten möglichst früh einen zugelassenen Impfstoff für ihre Bevölkerung zur Verfügung zu haben.

Obwohl man derzeit nicht weiß welche Impfstoffe erfolgreich getestet werden und die Zulassung erlangen, hat bereits der Vorverkauf der Impfstoffe begonnen. Verschiedene Länder schließen Vorverträge mit einem oder mehreren Impfstoffherstellern ab, um im Falle der Zulassung rasch Impfstoff zur Verfügung zu haben. Das ist nachvollziehbar, wenn man die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Pandemie berücksichtigt.

Idealer Weise schließt man mit mehren Firmen Verträge ab, um auf der sicheren Seite zu sein. Die EU möchte für sämtliche europäische Staaten gemeinsam einkaufen und dann den Impfstoff verteilen. Unklar ist ob bei einer oder mehreren Firmen eingekauft wird. Auch der Aufteilungsschlüssel unter den EU Staaten ist bisher nicht öffentlich bekannt. Österreich beteiligt sich am Einkauf der EU.

Es stellt sich aber die Frage, ob wir angesichts dieser Unklarheiten  schnell genug zu Impfungen kommen werden. Deshalb rate ich dringlich, zusätzlich  und autonom Optionen mit mehreren Firmen abzuschließen.

Selbst handeln und Optionen abschließen. Rasch.

Sollten wir nicht rechtzeitig impfen können, weil verabsäumt wurde, sobald als möglich einzukaufen und deshalb im Gegensatz zu anderen Staaten keinen Impfstoff zur Verfügung haben, hätte der Gesundheitsminister zumindest einen gewaltigen Erklärungsbedarf.

Zusätzliche Optionen bei anderen Impfstoffherstellern kosten zusätzlich Geld, allerdings reden wir angesichts der zweistelligen Milliardenbeträge, die derzeit ausgegeben werden, von Kosten in Höhe von einigen Millionen Euro. Das lässt sich sicher  argumentieren, da man durch die Impfung der Pandemie auf einen Schlag ihren Schrecken nehmen würde.

Sichern wir uns Optionen, kaufen wir Covid Impfstoffe. Auf diese Weise  könnte in absehbarer Zeit der Pandemie die Bedrohung genommen werden. Derzeit sehen einige Entwicklungen sehr vielversprechend aus: endlich eine positive Nachricht nach vielen Monaten der frustrierenden Nachrichten und des Ausnahmezustandes. Viele Österreicherinnen und Österreicher warten sehnsüchtig auf den Impfstoff.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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