Weiter öffnen. Aber Vorsicht walten.

Vor allem: Impfen, impfen, impfen. Impfstoff besorgen und an Hausärzte verteilen.

Die Regierung möchte, früher als angedacht, weitere Öffnungsschritte vornehmen. Eventuell überlegt man, auch auf FFP2-Masken in bestimmten Bereichen zu verzichten und durch herkömmlichen Mund-Nasen-Schutz zu ersetzen. Auch die Sperrstunde in der Gastronomie soll verlängert, die Abstandsregel aufgeweicht werden.

Das Covid Virus verschwindet nicht.

Das ist alles recht und gut, darf aber nicht zu Laissez-faire führen. Vor allem aber heißt es: Impfen, impfen, impfen. Vor allem die 12- bis 16-Jährigen, sobald es erlaubt ist, und die Jugendlichen. Über 16. Wir müssen die Impfgeschwindigkeit weiter erhöhen und Impfvorräte einkaufen. Denn etwas scheint evident: Das beste Arzneimittel gegen Corona ist die Impfung.

Insgesamt gibt es in Österreich 400.000 Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren. Dazu kommen weitere 100.000e Impfskeptiker, die noch überzeugt werden müssen, Zweitimpfungen, und ab Herbst Drittimpfungen. Zudem hat die Regierung beschlossen, AstraZeneca auslaufen zu lassen.

Impfstoff kaufen- Vorrat anlegen.

Wir werden also rechtzeitig genügend Impfstoff einkaufen müssen, um diese enorme Impfherausforderung zu bewältigen. Dennoch heißt es, vorsichtig zu bleiben:

Einhaltung der 3 G’s, regelmäßiges Testen, da nicht erwiesen ist, ob Immunisierte nicht doch Überträger sein können.

Jugendliche zu impfen hat aus mehreren Gründen Vorrang. Erstens haben sie die meisten Kontakte und zweitens scheinen Studien zu bestätigen, dass sie zu den meist verbreiteten Überträgern zählen. Wir müssen über den Sommer die Schulkinder, Studierenden und weiteren Jugendlichen in Ausbildung durchgeimpft haben.

Impfen in den Ordinationen forcieren

Und wir müssen, wie schon mehrfach gefordert, nicht nur mehr Impfstoff einkaufen, sondern ihn besser und ausreichend an die Hausärzte verteilen und genügend Vorräte ansammeln, um die heuer noch große Impfherausforderung zu bewältigen. Sie wissen am besten, welche Patienten vordinglich geimpft werden müssen und wie man Impfskeptiker überzeugt. Das wird notwendig sein.

Die 3 Grundregeln müssen weiterhin eingehalten werden: Abstand halten, wenn auch vielleicht nicht mehr zwei, sondern eineinhalb oder einen Meter, Hygienemaßnahmen treffen, Masken tragen, vor allem in Innenräumen.

Vor allem aber heißt es: Jetzt die Impfgeschwindigkeit nochmals zu steigern und genügend Dosen einzukaufen. Außerdem sollten wir abwarten, bzw. genau tracen, welche Auswirkungen der neue und massiv einsetzende Tourismus haben wird. Auch hier gilt es: Testen und die 3 G-Regeln beachten und exekutieren.

Nur so können wir verhindern, dass es im Oktober zu keiner weiteren eventuell signifikanten Welle kommt.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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1 Kommentar

  1. Veröffentlich von Terezia Novotna am Mai 26, 2021 um 11:01 am

    Sehr geehrter Herr Präsident Szekeres!

    Auf Basis von welcher wissenschaftlichen Evidenz geben Sie die Empfehlungen bzgl. Impfung der Jugendlichen und der Kinder, wenn sogar die STIKO sagt, dass die Datenlage diesbezüglich noch zu „dünn“ ist?

    https://www.n-tv.de/panorama/STIKO-gibt-keine-Impfempfehlung-fuer-Kinder-article22576099.html?fbclid=IwAR1ARXeqWl18rxrUIww_ywFT83hGMve_-YSDMCYYqFZnFrbKCHSiSF-w9Os

    Ich meine nur, Sie vertreten den österreichischen Ärztestand und da sollte man sich schon gut überlegen, auf welche Grundlagen Sie Ihre Aussagen und Empfehlungen stützen. Eine Sache ist Ihre private Meinung, aber wir als Ärzte sollten uns nach den aktuellen wissenschaftlichen Standards richten und vor allem eine evidenzbasierte Nutzen-Risiko Analyse durchführen können. Hier muss klar gesagt werden, dass das Risiko der neuen genbasierten Impfstoffe für Kinder noch nicht ausreichend erforscht ist und dieses bei Kindern einzugehen aus medizinischer Sicht nicht zu befürworten ist.
    Vor allem, weil wir wissen, dass Kinder kaum an COVID 19 schwer erkranken oder versterben.

    Mit kollegialen Grüßen,

    Dr. Terezia Novotna

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