Wie radikal soll man sein? Reichen die Corona-Maßnahmen aus?

Keine Unis, Bundesmuseen geschlossen, Mindestanzahl von Menschen bei Veranstaltungen, bald auch kein Schulunterricht mehr? Reichen diese Maßnahmen? Soll man noch radikaler werden oder betreiben wir Alarmismus? Die Wahrheit ist: Man weiß es nicht. So gilt: Vorsicht ist die Mutter des Schutzes.

Die österreichische Regierung hat – nach längerem Zögern – nun doch entschlossen gehandelt. Die Erlässe sind in Ausarbeitung, sodass die betroffenen Veranstalter, Unternehmen aber auch Mitarbeiter Klarheit erhalten sollten.

Für die nächsten zwei bis drei Wochen rechnen viele Experten mit einer nahezu täglichen Verdoppelung der Infizierten. In dieser Zeit – zumindest  bis Ostern – sollte sich herausstellen, ob das Virus abgeschwächt und in seiner Verbreitung eingedämmt werden kann.

In dieser Zeit müssen wir uns auf drei Phänomene einstellen: Das soziale Leben wird dramatisch reduziert, die wirtschaftlichen Tätigkeiten in vielen Bereichen werden zurückgefahren. Vor allem aber: Das Gesundheitssystem schrammt  an die Grenzen der Belastbarkeit.

Betten lassen sich ebenso wenig von heute auf morgen vermehren wie Isolierzimmer, sodass viele Infizierte de Quarantäne zu Hause verbringen müssen, was wieder zu logistischen, sozialen und versorgungstechnischen Problemen führt. Vielfach sind die Wohnungen – bei Familien – auch gar nicht so ausgestattet, dass Separationen stattfinden können. Ebenso wenig in den Unternehmen selbst.

Wichtig ist – und das ist ein Appell an alle Medien – dass nicht aus Sensationsgier Panik und vorauseilende Verzweiflung geschürt werden. Abgesehen davon gehören Medienvertreter – ebenso wie Ärzte – zu den meistgefährdeten Menschen, da sie gezwungenermaßen viel Kontakt mit Menschen haben müssen und Medienmitarbeiter noch dazu  mobil sein müssen. Schon aus diesem Grund sollten sie Übertreibungen vermeiden.

Das wichtigste aus medizinischer Sicht: Ressourcen bereitstellen, verhindern dass Ärzte und Pflegekräfte selbst in Quarantäne müssen. Aus der Sicht des möglichen Patienten: Krankenhäuser, Arztpraxen und Ambulatorien meiden. So paradox es klingen mag.

Wir alle müssen erst lernen, mit derartigen Krisen und Phänomenen umzugehen und eine neue Selbstdisziplin zu erlenen. Wenn das gelingt, ist man auch gegen andere Krise besser gewappnet.

Vorsicht ja, Übervorsicht statt verdrängen und hoffen.

Das ist jetzt das Motto.

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