Wir brauchen Kinderärzte und Kinderpsychiater.

Covid-19 hat schwerwiegende psychische Folgen für Jugendliche.

Schon vor der Pandemie hatten wir einen erschreckenden Mangel an Kinderärzten und Kinderpsychiatern in Wien und in ganz Österreich. In der Nachfolge von Covid-19 zeigt sich, dass gerade Schüler und Jugendliche sowie Kinder unter der Pandemie und dem Eingesperrtsein in den eigenen vier Wänden deutlich gelitten haben.

Die Gesundheit der Kinder geht und alle an

Mittlerweile gibt es Studien darüber, welche psychischen Folgen Covid-19 gerade für Kinder hatte. Es ist nun an der Zeit, mittel- und langfristig genügend Kinderärzte – Kassenärzte – und Kinderpsychiater auszubilden. Dass das nicht von heute auf morgen geht, ist klar und ist ein Versäumnis der Gesundheitspolitik, das seit Jahren moniert wird.

Long Covid 19 Effekte

Noch können wir nicht abschätzen, welche Langzeitfolgen Covid bei Erkrankten aber auch bei Nicht-Erkrankten haben wird. Es gibt bereits einige Therapie-Angebote und Behandlungszentren, auf Sicht gesehen werden es aber zu wenig sein.

Ärztemangel langfristig beheben

Abgesehen von den sozialen Konsequenzen – Arbeitslosigkeit, Verringerung des Einkommens etc. – werden die pädagogischen und psychischen Konsequenzen das schwerwiegendste sein. Wir hatten schon vor Covid einen Ärztemangel, nun mehr zeigt sich deutlich, wie eklatant die Kluft zwischen Versorgung und Anspruch der Patienten ist.

Schlafstörungen häufen sich

Häufig treten auch Schlafstörungen auf, die Schlafambulanz am AKH ist heillos überlastet, man muss monatelang auf Termine warten. Unser Appell an die Gesundheitspolitik und an den Gesundheitsminister, der als Arzt selbst die Situation kennt, ist: Jetzt, gerade in Zeiten der Krise, das Gesundheitssystem neu aufstellen, um die notwendigen Leitlinien dafür festzulegen..

Die Erfahrungen aus Covid haben gezeigt, wie verletzlich ein Gesundheitssystem ist, auch wenn es international als eines der besten gilt. Daraus sollten wir lernen. Und Erfahrungen aus Covid umsetzen. So rasch wie möglich, getreu dem Motto „Koste es, was es wolle!“. Eines ist sicher: Die Kosten, die man jetzt aufwendet, werden in wenigen Jahren sich amortisiert haben.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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