Wir werden zum Impfnachzügler!! Immer mehr Experten fordern 1-G- Regelung.

In Italien überlegt man die Einführung der Impfpflicht, in Frankreich gibt es strenge Regeln. Beide Länder weisen eine höhere Impfquote aus als Österreich. Bei uns sinkt das Impftempo laufend – und besorgniserregend. Wir befinden uns nicht mehr im Spitzenfeld, sondern im unteren Mittelfeld, gemessen an den EU-Staaten. Es muss etwas getan werden.

Offensichtlich sind zahlreiche Impfskeptiker und Impfgegner mit rationalen Argumenten nicht erreichbar. Wenn Kommunikation nicht mehr greift, muss man  andere Maßnahmen setzen. Eine Möglichkeit ist die sogenannte 1-G-Regel. Lediglich Geimpfte und Vollimmunisierte erhalten Zugang zu bestimmten Veranstaltungen, Freizeitbetrieben, bis hin zur Gastronomie.

Es müssen auch wieder stärkere Regeln für den Alltag eingeführt werden – von der Maskenpflicht bis zu Abstandsregeln. Offensichtlich ist ein Teil der Bevölkerung, befeuert durch Social Media, nicht bereit, Corona als Pandemie und Gefahr zu begreifen.

 Die Zahl der Hospitalisierungen steigt, ebenso wie der Anteil der üngeren Patienten in Intensivstationen. Die Mehrzahl davon ist nicht geimpft.

Noch reichen die Kapazitäten in den Krankenhäusern aus, doch niemand weiß, was in den kommenden Wochen passieren wird, wenn die Schule beginnt, die Produktionsnormalität wieder stattfindet und der „Infektionsbonus“ des Sommers nicht mehr zählt. Wir gehen leichtfertig mit unserem Gesundheitssystem um, manche Politiker üben sich in polemischer Befeuerung der Impfskeptiker, um Stimmen zu kumulieren.

Es wird Zeit, dass die Regierung ein klares Wort spricht. Arbeitsrechtler und Verfassungsrechtler sind der Meinung, eine 1-G-Verordnung würde auch vor dem Verfassungsgerichtshof halten. Jetzt sind Mut und Handeln gefragt.

 Die Mehrheit der Impfwilligen und Geimpften wird auch nicht länger bereit sein, Toleranz zu üben. Die Ärztekammer hat sich für eine 1-G-Regelung ausgesprochen und steht auch weiterhin dazu.

Die 4. Welle ist offensichtlich schon da, und ein nochmaliges Zurückfahren würde katastrophale Folgen für die Wirtschaft, für die Bildung und auch für das soziale Befinden der Bevölkerung haben. Von Long-Covid-Folgen möchte ich gar nicht reden.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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